550trägt, so nachtbeilig und entehrend sind hinge-gen ihre dicharmonischen, unordentlichen Stim-mungen. Da leztere zum widernatürlichen Zu-stande des Menschen, folglich zu dessen morali-scher Pathologie gehören, so erlaubt, der Ih-nen mehrmals erklärte Zweck dieser Briefe mirkeine weitläuftige Zergliederung hiervon, alsvon widernatürlichen Umständen, in deren De-tail ich mich gar nicht einlassen darf. Ich be-gnüge mich, Ihnen die Hauptausartungen der-selben, in so fern diese bei der Erziehung zuwissen und zu erkennen nöthig sind, kürzlichanzuzeigen. Die Empfindsamkeit der Seelekan nemlich im ganzen zu schwach, oder zustark seyn; oder eines von beiden nur von ei-ner, oder mehreren Seiten; folglich disharmo-nisch.Im ersten Fal haben wir das, was manFühllosigkeit nennet, aus welcher die für je-des Zusammenleben schädlichste Lieblosigkeit undPflichtvergessenheit nothwendiger Weise un-mittelbar folget. Diese kan entweder im Tem-perament ihren Sitz haben; oder durch verkehr-tes moralisches Verhalten entstanden seyn, inwelchem lezteren Fal dieser Fehler, Verstockungheißt, und bei der Jugend selten anders, alsnach vorhergegangener naturwidriger und unver-nünftiger Erziehung beobachtet wird. Hierkomt es blos darauf an, mit Geduld das Kindaufzuklären, und ihm solche Bewegungsgründebeizubringen, welche nach und nach die gelähm-
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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