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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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541auszubilden, um überal bis auf den möglichstenGrad helfen zu können. Aus diesem Grundewächset ferner bei dem gehörig empfindsamen,mit jedem neuen Drucke, mit jeder Noth undGefahr, das Bestreben, aus allen Kräften dasUebel auf die bestmöglichste Weise, folglich mitUeberlegung und kaltem Blute zu bestreiten.Lezteres, Mein Freund! ist wol das untrüg-lichste Zeichen der gehörig gestimten Empfind-samkeit und Seelenkraft; denn, wie kan derMensch sich, oder andern helfen, wenn er dasVermoͤgen, seinen Verstand in Ueberlegung undBestimmung auf die besten Mittel zu benutzen,verlohren hat? Ein auf solche Art empfindsa-mer Menſch giebt ſich auch dadurch gleich zuerkennen, daß er, ohne sich einige Gewalt an-zuthun, seine sinnlichen Lieblingsneigungen, zumTheil oder ganz, aufopfert, so bald er glaubt,dadurch einem ſeiner Nebengeſchöpfe Freude zumachen. Denn, da der Trieb Glückseeligkeitund Zufriedenheit um sich her zu verbreiten,moralisches, mithin wahres Seelenbedürfnisbei ihm iſt; jedes Seelenbedürfniß aber, alseine viel heftigere Empfindung, das Gefühlder sinnlichen Begierden und selbst der sinnli-chen Bedürfniße verhältnißmäßig unterdrückt;ſo kan es ja unmöglich anders ſeyn, als daßein solcher glücklich gestimter Mensch seinemstärksten Hange folget, und dasjenige thut, wasihm ſelbſt die angenehmſte Empfindung ver-schaft. Wie Wonnevol ist ein solches Leben,Mein Freund! In ihm ist immer neues Be-dürf