547Diese gehörig gestimte Empfindsamkeit stüt-zet sich also auf deutlich erkannte Grundsätzeder Vernunft, und harmonirt in ihrer Würk-samkeit, mit der Natur des Menschen so wol,als mit der Natur und Bestimmung andrerDinge. Der empfindsame würkt daher aus in-nerem, auf der Erkenntniß seiner Pflichten zu-gleich ruhendem Drang, und zwar nicht mehrund nicht weniger, als er glaubt würken zumüssen, um sich selbst, durch Befriedigungeigner oder fremder Bedürfniße, genug zu thun.Man entdeckt daher in ihm den von allen Sei-ten thätigen Mann, der weniger öffentlich; alsim verborgnen würksam ist; indem er stets aufder einen Seite, innere Bewegungsgründe dazuin sich fühlt; und auf der andern, seine Thä-tigkeit vor den Menschen zu verbergen trach-tet; weil er theils derselben keinen besondernWerth beilegt, sondern sie als eignes Bedürf-niß ansieht; und theils auch sich selbst von die-ser Seite nicht leicht befriedigt, sondern immerwünschet, mehr thun zu können; folglich aufdiesem Wege den Beifall andrer Menschen zuverdienen und zu erlangen, wenige Hofnunghat. — Und da dem, also glücklich gestimtenempfindsamen Menschen, überal neue Zufälleaufstoßen, bei denen er sieht, daß seine Ein-sichten und Kräfte nicht hinreichen, die ihmnöthig scheinende Hülfe und Befriedigung zuverschaffen; so ist in allen solchen Fällen gleich-sam ein neuer Sporn für ihn, seine physischenund moralischen Kräfte insgesammt immer mehrL 1•2auch
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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