543gehörig bekannt ist, sich bei fremdem Lobe zuberuhigen; sondern solches vielmehr für das,was es mehrentheils ist, für Schmeichelei zuhalten, wovon das Herz nichts weis, und wel-che diejenigen, so derselben ihre Ohren öfnen,sehr leicht in Sicherheit und eigne Herabwür-digung stürtzen kan. Es ist um so leichter, denZögling hiervon zu überführen, da man ihmanschaulich zeigen kan, daß es mehrentheilskeine sonderliche Mühe koste, die niedrigen Ab-sichten desjenigen, der einen auf solche Art insGeſicht lobt, zu entdecken. Von dieſer Seitesol daher der Mensch nicht anders sich beruhi-gen, als wenn ſein eignes Gewißen ihm dasZeugniß giebt, daß er seine Pflichten nach Mög-lichkeit erfült habe. Erst alsdann gelangt erzu einiger Festigkeit, welche um so schätzbarerist, weil derjenige Mensch, welcher sich haupt-sächlich nach fremdem Lobe richtet, mehrentheilsin den eigentlichen edelsten guten Handlungen,nemlich in denen, so im verborgenen gesche-hen, ganz müßig zurükbleibt, weil ihm hierder Reitz zur Handlung, nemlich der Bewe-gungsgrund mangelt; denn nach und nach ge-wöhnt sich sodann ein solcher Mensch nichtsanders zu thun, als wovon er sich das Lobder anderen Menschen glaubt versprechen zukönnen. Und ist er einmal bis an diesen Punktgekommen, dann hat er sich schon einem zwei-ten weit fürchterlicheren sehr genähert; nemlichdemjenigen, daß er viel eher dem Reitze zu je-der bösen Handlung, wovon er sich glaubtver-
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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