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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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539bringen, dann wird er stets in frischer Erinne-rung behalten, daß er sich nicht dabei beruhi-gen könne, noch dürfe, wenn er sein Bestrebenund seine Thätigkeit zur Erfüllung seiner ge-samten Pflichten, nur nach dem Bestreben undder Thätigkeit seines Nebenmenschen abmiset.Denn so wenig als der Mensch, in der Befrie-digung seiner physischen Bedürfniße, sich nachanderen Menschen, sondern nach seinem eignenunverdorbenem Gefühl richten sol; eben so wenigſol er die Anwendung ſeiner Kräfte, nach derErkenntniß, wie ein anderer die seinigen an-wendet, beurtheilen und lenken. Hier ist alleseben so relativ. Jeder hat nemlich seine be-sonderen Kräfte, sein eigen Talent empfangenausserdem hat jeder seine besondere Modifi-cation der algemeinen, oder besonderen Bewe-gungsgründe so wol, als auch der besonderenRichtung seines Bestrebens, kraft welcher einMensch von dieser, und der andere von jenerSeite, Vorzüge haben kan und haben sol. Undda ausserdem der Mensch zwar auf das mög-lichste Erreichen des vorgesetzten Zwecks, alleseine Kräfte richten mus, so kan doch die Er-reichung desselben, durch unzählige unentdeckteUmstände vereitelt werden; mithin kan keinMensch vom anderen wissen, ob seine Absichtgut, und mit moͤglichſter Treue, in Anwendungſeiner Kräfte, verpaart geweſen: kan er aberdieses nicht, so fält jedes Urtheil, mithin auchjede Vergleichung damit weg. So bald derMenſch dieſes einmal begreift, ſieht er ganzüber-