533ten Pflichten empfindet; und dagegen die Un-ruhe, welche jeden saumseeligen, wegen Furchtder Strafe verfolgt. Ersterer darf allen schlecht-denkenden Menschen unter die Augen treten;ſie bei jeder Verläumdung ohne Furcht zumWiderruf zwingen: wohingegen der anderedurch allerlei Ränke, verdächtige Mittel undniedrig erbettelte, ihn bei der vernünftigen Weltnur desto mehr brandmarkende Zeugnisse, mitaller Aengstlichkeit der Strafe zu entgehen,sich bemühen, und deswegen im Herzen im-mer unstät und flüchtig seyn mus. Wer fernerin seinen öffentlichen und Privatpflichten treuiſt, kan ſicher auf den Beiſtand hoher undniedriger, so bald sich Bedürfniße für ihn auf-thun, Rechnung machen. Ein ſolcher findetgewiß bald Leute, die sich seiner annehmen,wenn er nur nicht durch irrige Begriffe gelei-tet, sich selbst den Weg zur Befriedigung ver-sperret. Ausserdem fließt aus dem treuen Be-streben, seine Pflichten zu erfüllen, noch derüberaus wichtige Nuzen, daß dadurch der Menschsich am gewissesten vor den zwei Hauptfeindendes menschlichen Glückes, ich meine Stoltzund Sicherheit bewahret. Es braucht hiergewiß keiner Ausführung, um Ihnen zugen, daß jeder stoltze Mensch am allerwenigstenzu seinem Zweck und zur Zufriedenheit gelan-get — hingegen jeder sichere Mensch nothwen-dig bald fallen, und ſein Glück vernichtenmüsse. Denn, wenn der Mensch gelehret wird,seine Pflichten, so wie es sich gehöret zu vol-brin=
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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