523dern eigen seyenden Disposition, um irgend einegewiße gute Handlung gerne zu thun, zu fol-gen; sondern daß es darauf ankomme, jedeLieblingsneigung aufopfern und dämpfen zukönnen. Gerne wird z. E. der empfindsamereiche wollüstige von seinem Ueberfluße Gutesthun; oder auch wol der stolze Geitzige nachseinem Tode, den Armen Summen auszahlenlassen, die ihm doch nichts mehr nutzen konn-ten, und wobei er sich das Lob vorstelt, wel-ches man ihm dieſerhalb nach dem Tode bei-legen wird. Alle dergleichen Handlungen ha-ben im Grunde kein Härchen moralischenWerths mehr, als jedes Befolgen erlaubter Trie-be; indem selbige, Folgen des Temperamentssind: es komt hier darauf an, wie der Apostelsagt: (a) das Fleisch durch des Geistes Ge-ſchäfte zu tödten.Machen Sie überhaupt bei den Kinderndie Religion zuerst, zur Angelegenheit des Her-zens, und erst später zu der des Verstandes;d. i. lehren sie die Kinder mehr schön handeln,als schön sprechen. Denn, jede Lehre, die nurauf den Verstand und nicht auf's Herz wür-ket, bringt den Menschen seiner Hauptbestim-mung, der Gemeinnützigkeit höchst selten näher;entfernt ihn aber dagegen sehr oft durch Ab-stracktion, davon. Abstrackte Köpfe sind daherselten gefällig; sie existiren mehrentheils nur insich;(a) Br. a. d. Röm. Kap. 8. v. 12.
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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