522ren Vorschriften der Kirche; beobachtet seinePflichten taliter qualiter, und stirbt zuletzt miteinem betäubten, oder unruhigen Gewißen;mit gar keiner, oder einer schrecklichen Erwar-tung der Zukunft. Sagen Sie mir doch, wiewird es moͤglich ſeyn, daß ein ſolcher Menſchin der Aufopferung und Beobachtung seinerPflichten, unter allen Umständen, die möglichsteFestigkeit erlange? Wie sehr wird er nichthierin zurück, und ein wankend Rohr, das ist,bei unzähligen Begegnißen ein verzagter, ge-ängsteter und unglücklicher Mensch seyn undbleiben? Es iſt daher durchaus nothwendig,daß dem Kinde, ſo bald es nur einigermaßenoh-Begriffe fassen kan, nicht Gebete, die es,ne sie zu begreifen, mechanisch auswendig lernt,sondern so viel es seine Fähigkeit gestattet,che Begriffe von Gott, und der von demſelbenerschaffenen Welt beigebracht werden, aus wel-daßchen es sich immer vergegenwärtigen kan,Gott nicht allein alles erschaffen, sondern auch der-gestalt eingerichtet hat, daß aus allem, der er-ſte Endzweck, nemlich die moͤglichſte Glückſee-ligkeit hervorleuchte; daß Religion zur Errei-chung derselben die besten, ja einzigen Mittelangebe; und Gott vom Menſchen überhauptnichts anders als möglichste Treue in derselbenAnwendung fordere. So bald das Kind dieſenBegrif zu fassen anfängt, wird sein Herz ggen Gott, Liebe und Verehrung empfinden;und hieraus werden Vertrauen und edle Furcht,um ja nicht gegen ſeine deshalb gegebene Vor-schriften
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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