312solchen Fehler gezuͤchtiget, aber nicht bis aufden Grad bezwungen wird, daß es sich nunergiebt und seinen Willen unterwirft. Wennnemlich lezteres nicht geschieht, so kan die Stra-ſe nicht anders, als das Herz des Kindes nurhärter und unbiegsamer machen. Unterdessenmus man doch vorher durch hinreichende Un-tersuchung sich vergewissern, daß der begange-ne Fehler würklich aus Ungehorsam oder garWiderspenſtigkeit, zum Theil, oder gänzlichentspringe — denn wolte man in jedem ande-ren Fal das Kind auf solche empfindliche Weiſtstrafen, so würde das Resultat der Strafe, beimKinde, nichts anders als Zern, Haß, und Er-flickung jeder guten Meinung vom Verfahrenseines Mentors seyn. Hieher können also nichtdie Fehler, welche von noch nicht gehörig entwi-kelten unrichtigen Begriffen erzeugt worden; oderdie aus einer eigenthümlichen Schwäche entste-hen, und deshalb nicht so bald auszurottenJezt kommensind, gerechnet werden.noch die moralischen Erbfehler in Betrachtung.Die Erfahrung lehret nemlich nicht allein, daßgewisse physische Krankheiten von den Elternauf die Kinder fortgepflanzt werden; sondernman findet auch Familien, in welchen gewissmoralische Seiten, so wol gute als böse, alge-mein sich auszeichnen. Wie weit dergleichenangeerbte Dispoſition gehen koͤnne, ſiehet mandaran, daß zuweilen der Sohn erst später, nach-dem der Vater lange gestorben ist, verschiedneKarakterzüge seines Vaters annimt und einenwar-
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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