506Ehe ich diese Materie aber verlasse, mus ichSie noch erinnern, wohl auf die natürliche Dis-poſition Ihres Kindes Acht zu haben, um das-jenige Kind, welches zur Sicherheit und Leicht-sinn einen Hang hat, nicht durch ein unzeiti-ges, oder häufiges Lob, sicher, und dadurchdem Fal näher zu bringen; noch das furchtsa-me, leicht gestörte Kind durch heftigen, das-selbe störenden Tadel und gegebene Merkmalevon Verachtung, mehr niederzudrücken und un-fäbiger zu machen. Hier geht 's wie im phy-sischen, was bei einem Kinde Kräfte entwickelnhilft, erstickt selbige bei einem anderen.Kein Mittel wird in der Erziehung un-philosophischer und mit grösserem Nachtheil fürden Zoͤgling angewendet, als die eigentlicheStrafen. Es ist zwar nicht zu läugnen, daßder muthwillige Knabe, Zwang; oder wie Sirachsagt, die Ruthe erfordert; indem die in ihmwild aufkeimende Kraft und unwiderstehlicheLust sich zu versuchen, einer derselben wider-stehenden Gegenkraft bedarf. Leztere liegt nunwol zum Theil in den Erfahrungen, welcheder Knabe durch seine Versuche selbst macht;aber es würde sehr unvorsichtig und ungerechtseyn, denselben auf seinem eignen gewähltenWege, durch eigne Erfahrung in allen und je-den Fällen wollen klug werden lassen; denn ge-wiß wird niemand seinen Buben mit einerbrennenden Fackel auf den Heuboden laufenlassen, um dadurch die schreckliche Wirkungenbeö
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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