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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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502Denn wil man es gewöhnen hierauf zu mer-ken, dann ist es auch nöthig, daß es wenig-stens im Anfange seiner Erziehung, unter lau-ter guten Leuten wohne, indem die von ihmbemerkten Beispiele, auch seine Begriffe vonEhre bilden. Wenn Sie nur ein wenig dieStädte und Gegenden, welche Sie genau ken-nen, mit einem philosophischen Auge durch-schauen wollen, dann werden Sie bald ent-decken, wie hier die Begriffe von Ehre;manchmal an zweien Orten sich ganz entgegen-gesetzt angetroffen werden. Was in einem Ortals unanständige, leichtfertige Zote angesehenwird, ist an einem anderen Ort, ein Beweiseines angenehmen Tons in Geselschaften. Sogehts mit den Begriffen von Verläumdungallerlei Arten Korruptionen u. d. g. Stellen Siesich eine Stadt vor, in welcher man kaummehr weis, was es heißt, aus edler Uneigen-nützigkeit etwas unternehmen wollen; und ra-then Sie Ihrem Kinde, unter solchen Leuten,aus Trieb zur Ehre würksam zu seyn. Wasmeinen Sie, wird nicht das Kind mit der Zeitin den nemlichen Schlamm versinken müssen?Sie sehen also, wie nöthig dem Kinde richtigeBegriffe von Ehre, wie auch von Feſtigkeit, undvon beiden sich allein lenken zu lassen, seyen. Hiererfordert zuweilen das eigentliche Glück und Zu-friedenheit, sich vielmehr ausspotten zu lassen,als sich nach den angenommenen Begriffen vonEhre zu formen. Zu dieſer höchſten Verläug-nung gehören daher höhere Begriffe und Trie-be,