496dern seiner Handlungen einzuflößen. Alle undjede niedrige Bewegungsgrunde müssen daherbei allen Gelegenheiten den Kindern als ver-abscheuungswürdig vorgestellet, und ihnen ge-zeigt werden, daß jeder Mensch, welcher nie-drigen Bewegungsgründen Platz in ſeinemHerzen einräumt, auch ganz sicher bei ihm ver-kommendem Reitze, niedrige Handlungen be-gehen werde. Denn wenn schon in einem gwissen Augenblicke der Mensch dadurch ange-setzet wird, eine gute Handlung zu begehen,so ist es doch unleugbar, daß ein solcher inseinem Herzen eingewurzelter Bewegungsgrund,bei andern Gelegenheiten denselben zu schlechtenund unanständigen Handlungen verleiten werde.Sol daher der Mensch seiner Würde anständig,groß denken und handeln, so muß er auchähnliche Bewegungsgründe haben. Wie weitentfernen sich aber alle Erzieher in diesemStücke von der Natur, und zweckmäßigenBestimmung des Menschen, wenn sie entwe-der völlig, oder zum Theil, die Größe undden Adel der Bewegungsgründe auf eine Er-hebung über andere Menschen gründen? Dennes iſt unleugbar, daß kein Bewegungsgrundgroß seyn, oder auch auf etwas Grosses ab-zielen kan, so bald der Mensch dadurch zuStolz und Eitelkeit verleitet wird. Je weiterder Menſch in Erkenntnis der Warheit, in wel-cher Sache es auch sey, und in Verläugnungseiner selbst komt, desto mehr empfindet er, wieviel ihm mangelt, und wie schwer esder
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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