494ten deswegen ab, weil es etwas begehret hatte;ſo lauft man Gefahr, den Geiſt des Wider-spruchs in ihm zu erregen, wenn es schon derstärkeren Gewalt nachgeben, und schweigen muß;oder man ertödtet in ihm allen Muth und dieLust, selber etwas zu wählen, um würksamzu seyn. Dies heist, das Kind unter seineBeſtimmung herabwürdigen. Mir dünkt, daßman den Kindern allerdings erlauben solle, nunnicht mit Ungestüm, oder zu jeder Zeit wo esihnen gefällig ist, ihre Begierden zu eröfnen;daß man aber bei jeder Gelegenheit sich be-streben müsse, ihnen begreiflich zu machen, wiesie ihre Bedürfniße noch nicht erkennen können;und zu dem Ende, ihnen durch Beiſpiele daseitele und schädliche in den Wünschen allerderjenigen Menschen auffallend zu zeigen, wel-che ihre Bedürfniße selbst nicht zu erkennenim Stande sind. Da wo es ohne Gefahr ge-ſchehen kan, muß man ſie kleine Verſuche ma-chen lassen, durch welche sie zu ihrem eignenSchaden sich von dieser Wahrheit überzeugenkönnen. Sie sehen aber auch hieraus, wienöthig es sey, daß die Erzieher stets um ihrKind selbst herum seyen, und es nicht denWärterinnen oder Dienstboten überlassen. Ge-lingt es dem Kinde hier, ein oder mehrmal sei-nen Willen auf eine verkehrte Weiſe zu erlau-gen, so ist seine moralische Kraft schon etwasgeschwächet; und beim Kinde vieleicht eine heim-liche Abneigung gegen ſeinen Erzieher gepflan-get worden. Wie sehr es endlich hier aufFestig-
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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