491Da der Grund jeder Tugend und alleswahren Verdienstes, in dem Vermögen, seinenicht gehörig auf Vernunft gegründete Begier-den beherrschen zu können, lieget, so begreifenSie leicht, daß man den Kindern von derWiege an, nie eine eigentliche unvernünftigePhantasie erlauben dürfe. — So bald manferner den Kindern irgend etwas aus solcherUrsache abschlägt, darf man sich nie, siemögen noch so sehr darum bitten, oder mitUngestüm anhalten, bewegen lassen, solches zubewilligen. Dergleichen Verfahren entwickeltFestigkeit bei den Kindern, und Vermögen ihreBegierden zu unterdrücken. Jedoch muß manhier nie durch Drohungen, oder gar würklicheSchläge, wenn kein sonderbares, ähnliche Stra-fen erforderndes Betragen von Seiten des Kin-des damit verbunden ist, das Kind zwingenwollen; sondern ihnen einmal den Grund sa-gen, warum man es nicht zugeben kan, undsie nachher drum bitten lassen, bis sie esmüde werden. Hat man dieses ein oder zweimalgethan, dann wird die aufgestiegene verkehrteBegierde gleich nach der erſten abſchlaͤgigenAntwort vom Kinde unterdrücket werden; undnie so stark bei ihm nachher aufkommen kön-nen, ſich zu überwinden, noch einmal da-rum zu bitten. Die Betteljungen, welche aufden Gaßen in übel polizirten Städten so un-verschämt die Vorbeigehenden anbetteln und ih-nen nachlaufen, so lange sie nicht wissen, obsie nicht etwas erhaschen werden; dahingegendie
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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