489Furcht dazu doch am Ende gezwungen zu wer-den, nicht mehr hinreichend auf dasselbe wür-ken. Es trift sodann ein, was Cicero so schönausdrückt, wenn er sagt: Metus, haud diutur-ni officii magister.Es komt daher in dieser zweiten Periodeder Erziehung darauf an, dem Kinde ſolcheGründe, um so und nicht anders zu handeln,bei jeder Gelegenheit einzuflöſſen, die es nichtallein fassen, sondern deren Nutzen ihm aufeine sinnliche Weise dargestellet werden kan.Wil man daher hier der Natur getreu seyn,dann muß der Erzieher ſeine Handlungsweiſedergestalt einrichten und abändern, daß nachMaasgabe der Zögling von obgemeldter erstenPeriode sich entfernt, der Erzieher immer we-niger Furcht, aber desto mehr Zutrauen unddaraus entspringende Folgsamkeit, und das ohneZwang bei seinem Zögling zu erwecken trachte;denn letzterer sol nun als ein vernünftiges We-sen nach Gründen handeln lernen. Dieser Satzwird aber fürnemlich in heutigen Tagen vonvielen Erziehern hier und da wieder zu weitausgedehnet; wenn sie nemlich die ganze Er-ziehungsmerhode dergestalt spielend einrichten,daß das Kind ſeinen Erzieher zuletzt kaum an-ders als seinen Spielgesellen ansiehet. Aller-dings wil ich zwar auch, wie ich Ihnen verbinschon gesagt habe, daß der Menter sich ganzzum Kinde herablassen, alle seine Spiele nichtallein mit, sondern vormachen sol. In je sein
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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