471leichtsinnig angewöhnten falschen Bedürfniße.Nichts ist deswegen schädlicher, als wenn sichder Zögling irgend an eine böſe Gewohnheit,auch nur unvermerkt fesseln läßt. Ist diesesbis auf einen gewiſten Grad geſchehen, und hatsolches lange genug gedauret, dann ist es in allendenjenigen Fällen gefährlich, selbige auf einmalabzuſchaffen, weil man befuͤrchten muß, daßgewiße Theile des Körpers, sich dergestalt anden Einfluß, oder Reitz, der angewohnt gewe-senen Sache, gewöhnet haben, daß, sobald die-ser widernatürliche Reitz nicht geschiehet, sol-her Theil ſodann, ſo zu ſagen, völlig zu wür-len aufhören werde.Es läuft überhaupt am Ende alles daraufhinaus, daß bei jedem Zögling nichts zur Ge-wohnheit werden dürfe, was ihn nicht zurzweckmäßigen Würksamkeit ansetzet. Jede Ge-wohnheit so ihn hievon zurückhalten kan, istböse Gewohnheit, und muß getilget werden.—Bei manchen Kindern ist es nun äusserst be-chwehrlich, eine solche gute Gewohnheit einzu-führen; und eine einmal angenommene böse wie-der abzulegen. Bloße Befehle helfen hier nichts.Locke sagt daher, (a) daß man nicht andersdabei zu ſeinem Endzweck gelangen koͤnne, alsdaß man suche, durch unermüdet anhaltendesErinnern es dahin zu bringen, daß die guteSache zur Gewohnheit werde, Wie viel Treue,und(4) De l’Eduz, des Ensans T. 1.5.XI.
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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