465anderen sich entwickelt; eine auf der andernruht; und es immer thoͤricht gehandelt ist, wennman den Knaben in einen Jüngling, oder denJüngling in einen Mann, durch Gewalt undgezwungene Kunst umſchaffen wil. Ich bin abersehr weit entfernt hiedurch behaupten zu wol-len, daß man dem Zögling, in allen und jedenSachen, oder wol gar bis zu Kleinigkeiten, nieetwas zu thun oder zu lassen, abforderen solle,wenn ſeine Natur einige Zeichen eines entgegenge-setzten Bedürfnißes angiebt. Dies hieße verzär-teln, und das Unglück des Zöglings, wie auchderjenigen, welche mit ihm in der Folge lebensollen, bauen. Er sol allerdings schon in derersten Jugend lernen aufopfern; nicht gleich je-de Anzeige von Bedürfniß befriedigen: aber die-ses alles muß so viel es nur einigermaßen mög-lich ist, dergestalt eingerichtet werden, daß erdiese Aufopferung, die er machen muß, nichtals Zwang, welcher ihm von seinen Vorgesetz-ten angethan wird, ansiehet; sondern als eineauf dieſer Welt unvermeidliche Sache, welcherjederman unterworfen ist, und die an der an-eren Seite, den Menschen durch das entzücken-de Gefühl, anderen dadurch einen viel wesent-ächeren Dienst geleistet; oder seinen eignen Nu-tzen an einer anderen Seite merklich befördertzu haben, immer reichlich belohnt. Ausserdemnuß aber eine vom Kinde, zur Uebung deſſel-den geforderte Verläugnung nie so beſchaffenseyn, daß sie an deßen Gesundheit würklichenübbruch thun könne.Nach-F
Druckschrift
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Entstehung
Seite
465
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten