Druckschrift 
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Seite
461
Einzelbild herunterladen
 

461vor dem anderen algemein oder besonder, nem-ſich nur von gewißen Seiten ſtark, oder ſchwachseyn könne; und man sich nach dieser natür-ächen Disposition nothwendig richten müße,wenn man nicht Gefar laufen wil, der Natureine solche Gewalt anzuthun, die auf ihre Zer-störung abzielen würde. Ausserdem lehrt dieErfahrung, daß sich diese Anlage, durch Uebungweit mehr entwickeln und vervolkommnen laße.Mit einem Wort, Mein Fr.! Der Menſch iſtdergestalt erschaffen, daß er Veränderung undAchwechslung sol ertragen können, und ertra-gen lernen. Sie können sich daher keinen Ge-nuß irgend einer Sache; noch Würkung irgendeiner ausser dem Körper seyender, in ihm Ver-änderung hervorbringender Kraft, die anhal-tend zu würken fortfahren solte, erdenken, wel-che der Mensch auf die Dauer würde ertra-zen können. Unter den Polen, den Wende-###rkeln und der Linie, so weit Menschen ge-kommen sind, ist daher überal Abwechslung vonJahreszeit und Einwürkung des Wetters aufen Menſchen. Theorie und Erfahrung lehrenuns ferner, daß die dem Menschen so höchst-nöthige Harmonie und das Gleichgewicht seinerKräfte, diese stete Abwechslung erfordern; indemjede lange unbenutzt gebliebene Kraft einſchläftund gleichsam verschwindet, oder durch eine anderezu hoch gestiegene unterdrücket wird, ebenſo wie jede anhaltende Empfindung die andereverdränget und ersticket. Ausserdem hat deröpfer, solche Kräfte in die Natur des Men-schen