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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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459Mensch, in allen und jeden Gelegenheiten, nurallein, oder auch nur hauptsächlich auf Befrie-digung ſeines eignen Bedürfnißes Rückſicht neh-men wolte? Diesem übertriebenen und so äusserstschädlichen Hang zum Egoismus musten dahervon allen Seiten gehörige Schranken geſetzetwerden. Solche findet man in denjenigenPflichten, welche jeder Mensch, so bald er vonder menschlichen Geselschaft Hülfe, Nutzen,oder Vergnügen ziehen wil, sorgfältig zu beob-achten ſich gezwungen fühlt; und kraft welcherer bereit seyn sol, dem wichtigeren Bedürfnißeseines Nebenmenschen, ein eignes minder wich-tiges, willig und mit Freuden aufzuopfern. Die-sem Zwang muß jeder Mensch, der in dermenschlichen Geselschaft, nicht allein geselligeFreuden genießen; sondern der manche eigneBedürfniße befriedigen wil, ohne einigem Wi-derwillen sich unterwerfen. Da nun der Menschso beschaffen ist, daß er aus freiem Willen kei-ner möglichen Befriedigung eines empfundenenwürklichen, oder eingebildeten Bedürfnißes ent-saget, so lange er seinen Vortheil nicht dabei,entweder in dem Augenblick, oder für die Zu-kunft abſiehet; ſo muß es auch hiet ihre erſteSorge seyn, ihrem Zöglinge so bald wie mögelich diejenigen Vortheile anſchauend zu machen,welche aus dem geselligen Zusammenleben, undden darin erforderlichen Aufopferungen entsprin-gen: nicht minder müssen hier diejenigen Vor-theile, der Jugend recht frühe eingepräget wer-den, welche die Religion, auch so gar für je-den