396Ihnen noch zeigen. Durch Lust wird dieses vonder Natur eingedrückte Gepräge der thierischenEnthaltsamkeit, in Empfindung deßen was derMensch bedarf und ihm nützlich ist, auf sehrArtvielerlei, ja ich darf wol sagen unzaͤligtausgewischet. Sie sehen schon zuvörderst, daßda der Durst dadurch erfolget, daß einderwiſſer empfindlicher Theil gereitzet wird.Meusch auch durch seine Einbildungskraft dieseEmpfindung müsse erhöhen können. Ich brau-che Ihnen gewiß keine Beiſpiele davon anzuführen, wo die Menschen aus Lust, allerleiten von Getränk, ohne Durst zu haben triu-ken. Einige sind so gar so thoͤricht, und trin-ken bei manchen Gelegenheiten etwas mehr fürdie Zukunft, um einem nachher erfolgendenDurſte vorzukommen; eben, als ob die NaturSpeise und Trank an einem gewißen Ort inmenschlichen Körper aufbewahren könnte.weilAndere sündigen hierin aus Vorurtheil,sie glauben, es wäre nöthig so viel zu trinken,wenn man schön keinen Durst hat, und zwin-Ja /gen ihre Kinder das nemliche zu thun.nicht selten muß hier die Kunst mit häufigenblendenden Sophismen auftreten, um die Na-tur zu verbannen, und sie zu beschämen, daß siebeim Menschen nicht mehreren Durst erreget.Wie oft hat mir das Herz nicht geblutet, wennich sahe, wie Eltern, auf das Vorurtheil desAuͤſehens ihres einpyriſchen Arztes ſich ſtützend,es sich zur Gewißenssache machten, über demEfen, ihre Kinder, entweder durch Erregungvon
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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