375thig habe: sehr oft wird nicht einmal soRücksicht genommen, sondern das Kindundso viel mehr zu sich nehmen, weil sol-des ſeiner Waͤrterin Vergnügen macht, oderweil doch einmal der leckere Brey, oder wasst, für's Kind zubereitet worden. Ist esdabei wol anders moͤglich, als daß derbriefzur Unmäßigkeit dadurch in das KindGewalt eingepfropft wird? Wird nachherKind etwas grösser, so fragt man dassel-ob es nicht noch etwas mehr essen wolle;nicht selten redet man ihm zu, es solle nurbrav essen; und wenn es rechtschaffen alsDreſcher, für ſeine Natur ſchon unmäßigdann freuet man sich darüber, lobt eslen wol gar deswegen; und so ißet dasimmer mehr, entweder weil sein Appetitsein Bedürfniß durch Anerbietung oderredung gereitzet wurde; oder doch aussamkeit; oder Leckerey; oder wol gar aussolcher Gestalt wird das mehr essenZeit zur Gewohnheit, und die Reitzesodann niemalen mehr mit dem Be-harmoniren, indem sie widernatürlichgensind.Auf diesem Wege geht derſch nachher immer weiter fort. Mit der Zeitauch jeder Gedanke und jede Erinnerung,hierin nach der Empfindung der Bedürf-zu richten, völlig erſticket. Man ißet undwenn die gewoͤhnliche Zeit da ist, undso viel wie man sonst gewohnt ist zu es-nn man schon weder Hunger noch Durst-hat.
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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