Druckschrift 
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

156Kräften deßelben, derselben Richtung, mithinvon deßen Trieben nicht allein besitze; sonderndaß er nicht weniger alle die Hinderriße keinnen müße, welche der gehörigen Entwicklungſich entgegen ſetzen können. Warhaftig! wer dieſes wol bedenkt; und es iſt doch an der Warheit deßelben gar nicht zu zweifeln, dem mußbei jedem Verſuch ſich in die ErziehungGmischen, ein heiliger Schauer ankommen.wiß iſt es das allerwichtigſte, aber auchallerschwerste Geschäft. Und da der Hofmei-ster, wie ich schon im ersten Briefe gesagtbe, ſich nicht allein in das Spiel ſeines Kindsmischen, ihm dasselbe gleichsam vormachen sol-ſo iſt es nothwendig, daß er ſolches mitgehörigen Geschicklichkeit und Anstandkönne; und überhaupt, da das Kind ihmallem nachahmt, so muß er in allen seinen aus-wendigen koͤrperlichen Bewegungen stets sucheſeinem Kind ein nachahmungswürdiges Muſzu seyn, und zu scheinen,Wie viel Treue wie viel Verläugnungwenwird also nicht beim Hofmeister erfodert,er zur Bildung seines Zöglings dasjenigetragen wil, was er eigentlich in seinemnommenen Amt leisten sol? Er muß sichin das Kind hinein denken, und selbst in manchen Augenblicken ganz Kind seyn, wennnicht seinen Zögling in Gefahr setzen wil,der Nachahmung, Verſuche zu machen die nichtanders als sehr nachtheilig für ihn seyn können.Ueber-