122vermögenden Körper, aber dabei solchen unbieg-ſamen Karakter erhalten, daß auf dieſer Weltkein Glück für den neuen Zögling gleichsammehr möglich ist, Jedermann lalt dem würk-lich grossen Rousseau nach, man müsse derNatur in der Erziehung der Kinder folgen; undschwerlich findet man einen der Fähigkeit hat,oder es sich auch nur recht angelegen seyn läßtſet auch nur die Wincke der Natur zu errathen.Gnug ein jeder schaft sich die Natur nach sei-nen Einſichten, ſucht darnach, ſein Kind zuziehen und es glücklich zu machen; und gar zuoft iſt eigentliches Unglück des Kindes und derEltern das Resultat der jetzigen Modeerziehung.Und wie sieht 's mit unserer moralischenModeerziehung wol aus? Werden hier wol Ge-horsam und Warheitreden als die ersten Grund-stützen der Moralität bei Kindern angesehen?Vielen Kindern werden vielmehr mit einer wah-ren Aengstlichkeit allerlei unverdaute und un-richtige Begriffe von Freiheit, die in unserenleichtsinnigen Tagen so Mode sind, eingeflößt;und nun wil sich nachher das Kind weder sei-nem Mentor, noch seinen Eltern, noch der Ein-richtung des Staats fügen. Es mus alſo aus-wandern, und nach vielen und harten Erfah-rungen die Warheit empfinden, daß Gehorsamund Verläugnung seiner selbst, jedem Menschen,der glücklich und nützlich leben wil eben so nö-thig ſind, als das Leben. Das Kind mus aberwie die verdorbenen Griechen und hauptsächlich
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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