121zusinnen, ob sie würklich bei diesem Verfarenund ihrer besonderen Leibesbeschaffenheit wolgesund sein und bleiben können; eben als obGesundheit nicht zu einem dauerhaft starken Kör-per erfodert würde; oder, als wenn eine zustarke Anstrengung neue Kräfte herfürbringenkönnte. Wo denkt man in unsern Zeiten daran,dem Körper der Zöglinge die nöthige Bewe-gung nicht allein zu geben, sondern selbigerMaaß, Eigenschaft, Zeit u. s. w. zu bestimmen,welches doch die Alten so sorgfältig thaten?Und wie sieht's mit der Mäßigkeit aus? An-statt daß bei den durch ihre gesunde Leibesstär-le ſo ſehr ausgezeichneten Völkern, das Kindden ersten Monaten nichts wie Muttermilch,später nur eine ordentliche Malzeit; auchMorgens wol einen Anbiß bekam, musjezt das Kind öfters schon den dritten, vier-Tag nach seiner Geburt mit Brei gefüt-tert; und hernach den ganzen Tag durch ge-nästet werden; eben als ob die BestimmungdesNeugebohrnen wäre, auf eine kurze Zeit,grobe und für ihn unverdauliche Materie in sei-nen Körper einzupacken, sich daran zu beluſti-gen, und dann sich wieder zu empfehlen. An-dere sinnen nur darauf ihre Kinder auf allemögliche Weise durch rauhe Lebensart abzu-härten; vernachläßigen dabei völlig das mora-lische, und sehen nicht eher als zu spät ein,daß das Kind, jedoch ſehr oft nur auf einekürzere Zeit, zwar einen Kälte, Hunger, Durstallerlei schwere Arbeiten leicht zu ertragenvermö-
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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