118Verfassung muste nun jeder Gedanken einer nurmittelmäßigen Erziehung weichen, und die aufkeimende Jugend mit den Alten aus einerUnwissenheit in die andere, und aus einemLaster ins andere überfallen.Nicht besser gieng es aber bei den Rö-mern nachdem die erste Einfalt ihrer Sittenmithin ihre Nationaltugend verschwunden war.Quinctilian giebt hievon folgendes traurigesGemälde, er sagt: (a) Möchten wir doch nichtdie Sitten unsrer Kinder selbst verderben! jenweichliche Erziehung, welche wir Nachsichnennen, entnervt Geist und Körper. Wasnicht einst der Jüngling begehren, der als Kindin Purpur herumkriecht? kaum vermag er eini-ge Worte zu lallen, ſo verſteht er ſchonSprache des Kochs. Wir bilden eherGaumen der Kinder als ihren Mund.Pulſtern und auf Sophas wächſt das Kindheran. Wenn es den Boden berührt, hängtzur Rechten und Lincken an den Händen ſeinerFührer. Wir freuen uns wenn es etwas Un-anständiges plappert. Ausdrücke welche mankaum der Alexandrinischen Ueppigkeit zuhalten würde, küssen wir lächelnd vor seinemMunde hinweg. Das Kind ſieht die Gegen-stände unsrer unerlaubten Liebe. Bei unsrenSchmauſereien hört es die unzüchtigſten Lied-(⁸) L. I. Cap. 2.
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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