105nen Verdacht haben kan, als thäten oder lit-ten sie was schändliches!Von der moralischen Erziehungsart deralten Römer mag ich Ihnen nicht viel sagen,da ich ohnvermerkt bei der der Griechen so weit-läuftig gewesen bin: auch die privat Erziehungs-art der alten Römer, eben so wie ihre Ge-ſetze mit denen der Griechen ſehr viel überein-ſtimmten. Nur eigentliche öffentliche Erziehungbeſorgte der Staat in Rom nicht, ſondern ver-lies sich darin auf die Sorgfalt der Eltern.Dies gieng auch alles gut so lange die Sum-me ihrer Nationaltugenden noch beträchtlichwar; ſo lange noch der Römer mit einer Mahl-zeit des Tages zufrieden, und bei häuslichenGastmalen vom Gesetz abhängig war; so langenoch Weiber und Jünglinge kein berauschendesGetränke trinken durften; so lange noch dieCensur ihre völlige Kraft hatte, und der Sit-tenrichter es wagen konnte, Rathsherren selbstihre begangene Unordnungen vorzuhalten, jazu strafen; mit einem Worte, so lange es nochfür schändlich gehalten ward, in der ganzenLebensart von alter Sitte abzuweichen. DieMutter, auch die vornehmste unter ihnen erzogdas Kind an ihrer eignen Bruſt und war ſeinebeständige Gesellschafterinn; der Vater übernahmnachher die Erziehung mit äusserster Sorgfalt.Der ältere Cato, war so gar immer zugegen,wenn ſein Kind gebadet und gewickelt ward.Er lehrte ihn selbst das Lesen und Schreiben.Er
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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