Kinde nicht zu jeder Zeit dasjenige gut ist,was ihm vorher gut war: mithin es vonder äußersten Nothwendigkeit ist, hier und davon der allgemeinen Regel abzugehen, ſo ſehenSie sehr leicht ein, daß man letzteres nie ohnedeutliche Kenntniß des Ganzen thun könne.Der Mangel dieser deutlichen Kenntniß, hatschon so viele Widersprüche erzeuget, daß nichtallein die Eltern bei der Erziehung dadurch ver-leitet wurden, von einem Aeußersten in dasandere zu verfallen; sondern so gar bei denSchriftstellern über diese Materie das nemlicheeingetroffen ist. Ich führe Ihnen hier nur einBeispiel an dem Aemil und Antiacmil an;dergleichen könnte ich Ihnen aber verschiedenebeibringen. Jedoch dies konnte nicht fehlen,so bald man ein allgemeines für alle passensollendes System entwerfen, oder auch nur ohnephysikalische Gründe, und vorher richtig geformtelogische Schlüße in der Erziehung seiner Einbil-dungskraft nach nicht gehörig ausgefegten Vor-urteilen folgen, und einzelne Vorschriften liefernwolte. Ost wurden auch Schriftsteller unrich-tig beurteilet. Ich für meine Person kan nieglauben, daß ein Mann von solchem Kopf,Kenntnißen und Herzen, wie Noußeau war,würklich in seinem Aemil ein allgemeines Gesetzder Erziehung, welchem alle Elteren um ihreKinder glücklich zu erziehen folgen solten, ha-be geben wollen. Als Roußeau seinen Aemilschrieb, fand er die Erziehung in seinem Va-terlande in einem von der Natur höchst ausge-artetem
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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