thun, wie man es thun sol, so muß manvorber untersuchen, was die Alten ihren Zög-lingen für eine Erziehung gegeben haben; wel-che die neue, und modische sey — nicht weni-ger muß man den Nutzen und Schaden vonbeiden mit einander vergleichen, und sodann,da, wo wir merken, daß unser Verstand hellergeworden, mit möglichster Sorgfalt jeden er-langten deutlichern Begrif benutzen. Dies istaber eine äußerst beschwerliche Sache — hie-zu gehöret die volkommenste praktische Men-schenkenntniß, und zwar von allen Ständenund Alter; wer hat aber die? Und vonder Erziehung der Alten haben wir nichtsals bloße Bruchſtuͤcke, die man entwederhier oder da bei alten Schriftstellern zerstreuetfindet; oder die auch mit vieler Mühe undFleiß von verschiedenen zusammengetragen wor-den sind. Allein Sie begreifen leicht, daßes nicht eines jeden Sache ist, aus dergleichenfür verschiedene Materien und Endzwecke zu-sammengesuchten Bruchstücken, ein planmäßigesGanze zu machen. Wer hier außerdem nichtalles mit der Natur des Menschen gehörig ab-wieget, läuft immer Gefahr einige gute Sachenzu verlieren, oder unrecht anzuwenden. Dawir ohnehin, wie Sie nachher deutlich sehenwerden, bei weitem nicht mehr das Ganze derErziehungskunst der Alten wißen, indem dieSchriftsteller, so daruͤber geschrieben hatten,verlohren gegangen, so müßen auch hier ver-schiedene Lücken nothwendig übrig bleiben. Soviel
Druckschrift
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten