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Die öffentlichen Bibliotheken und die schöne Literatur : mit besonderer Beziehung auf die Coelner Stadtbibliothek
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reichsten, erziehungskräftigsten, vielseitigsten Ausdrucksowohl des allgemein menschlichen wie des nationalenund volkstümlichen Wollens" genannt. Gerade die Poesiekennzeichnet ein Zeitalter mit grosser Schärfe und Treue,sie zeigt uns im Werke des Dichters ein Bild seiner Persön-lichkeit, seiner inneren Erlebnisse, seines gesamten Em-pfindens und damit ein anschauliches Bild seiner Zeit. Soist auch die Geschichte der Poesie mehr als Literaturge-schichte im engeren Sinne, sie steht in nahen Beziehungenauch zur politischen Geschichte. Denn die Poesie ist einpolitisches Agitations- und Kampfmittel gewesen in Zeiten,wo andere Mittel versagten, und sie war oft die einzigeStimme, welche den politischen Machthabern die Wahr-heit sagen konnte

Es ist das höchste von des Dichters Rechten,Dass er da redet, wo die Menge schweigt.

So sind die für unsere politische Entwickelung so bedeu-tungsvollen vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts garnicht zu verstehen ohne eine genaue Kenntnis der zeitge-nössischen Literatur, zumal der politischen Lyrik. Die Ge-schichte des deutschen Einheitstraumes ist vor allem eingewaltiges Stück deutscher Poesie, deren Erzeugnisse auchheute noch, da der Traum zur Wirklichkeit geworden, nebenPresse und Parlamenten stehen als Ausdruck der öffent-lichen Meinung und damit als unentbehrliches Material zueiner späteren Beurteilung unserer Zeit. Einer ausgesproche-nen politischen Tendenz bedarf es nicht immer, um eineDichtung zur politischen zu stempeln, heute spielt dasgar-stige" satirisch-politische Lied ausserhalb der Witzblätternicht einmal eine grosse Rolle. Und doch wird man der-einst von einem gewichtigen Teile unserer gegenwärtigenLiteratur sagen müssen, dass sie in besonderem Sinne poli-tisch sei, jedenfalls von Roman und Drama. Wenn aller-dings jüngst ein deutscher Parlamentarier die soziale Auf-gabe des Dramas darin erblicken wollte, dass das Volk dieLeidenschaften und Kämpfe, die es bewegen, im Theaterin künstlerischer Form erlebt, so gilt das nur mit Vorbehalt.Oder ist eine Befreiung, wenigstens auf Augenblicke, von