Druckschrift 
Rheinisches Album oder Beschreibung, Geschichte und Sage des Rheingaues und Wisperthales mit der Umgegend
Entstehung
Seite
42
Einzelbild herunterladen
 

42 Main}.

Frevel durch Kaiser Friedrich Barbarossa hartgezüchtigt, aber die Kirche war entweiht, ihreSchatze geplündert und für immer verloren. Wirwerden später auf diese und andere dem Dom-schatze angehörige Herrlichkeiten noch einmalzurückkommen. 30 Jahre der Buhe gingennun vorüber, da traf im Jahre 1190 unter demkriegerischen Erzbischof Conrad von VVittelsbachdie Domkirche zum viertenmale das Schicksal derEinäscherung, verderblicher als alle vorhergehen-den, denn ihre neuerdings gesammelten kostbarenGerätschaften, ihre Bücher und Urkunden alterPrivilegien wurden alle ein Baub der Flammen,worauf sie noch, wenige Jahre nachher, 11%,von einem heftigen Sturme, der ihre starken Bal-ken selbst bis Hochheim geschleudert haben soll,schrecklich verwüstet wurde. Lange blieb dieKirche in ihrem Schutte liegen, bis endlich Erz-bischof Siegfried von Eppstein im Jahre 1233einen Ahlass für die Geber von Beiträgen aus-schrieb, worauf die Gaben in so reichlicher Fülleherbeiströmten, dass die Kirche nicht allein wie-der errichtet, sondern auch ansehnlich erweitertwerden konnte, 1239. Vier stürmische Jahrhun-derte, voll Erschütterungen und wilden Kriegs-getlimmels für ganz Europa, flössen nun vorüberohne Gefahr für diesen Tempel und während die-ser Zeit ward er vielfältig verschönert, durch denAnbau von Capellen vergrössert und durch einenschönen Kreuzgang, den Erzbischof Conrad vonWeinsberg zwischen 1397 und 1412 mit vielem