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Rheinisches Album oder Beschreibung, Geschichte und Sage des Rheingaues und Wisperthales mit der Umgegend
Entstehung
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wegen Thciinahmc an einem grossen Judeumordzu Mainz, wo dieser Griiuel sich leider öfterswiederholte, in K. Heinrichs IV. Ungnade gefallenwar, und 7 8 Jahre lang in der Verbannungausser seinem Erzstift lebte, befestigte sich derGeist der Unabhängigkeit immer mehr und mehr.Sein Nachfolger Adalbert I., den die Bürger ausder Gewalt und schmachvollen Gefangenschaft K.Heinrichs V. befreit hatten, gab ihnen den erstenBeweis eines dankbaren Herzens, indem-er ihnen1153 einen grossen Freiheitsbrief erthcilte, wel-cher sie auf ewige Zeiten von erzbischüflichcr Ge-richtsbarkeit und allen Abgaben befreite. DieserFreiheitsbrief ward in die ehernen Thiircn derunter Willigis 988 erbauten und 1804 abgerisse-nen Licbfraucnkirehc eingegraben *) und legte denGrund zu der künftigen Grösse und Macht, aber auchzum ungezügelten Streben der Stadt nach völligerUnabhängigkeit, wie sich solches später durch dieErmordung des den Bürgern verhassten Erzbi-schofs Arnold von Seclenhofen 1160 zeigte. Eskann unsere Absicht nicht sein, den mehrhundertjäh-rigen Kämpfen zwischen Erzbischöfen und Bürgernund zwischen letztem und den Patriciern zu fol-

*) Sie wurden von der Licbfrauenliirclic abgenom-men und an den Eingang des Domes von larMarktseite eingehängt, wohin sie genau passten.Die Uebersetzung der Inschrift gibt Wetter inseiner interessanten Geschichte und Beschreibungdes Domes zu Mainz. (Mainz, bei C. G. Kunze.

i»r,it. 12.) s. w.