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Palais in der Wilhelmsstrassc. In seinen unterenRäumen ist die öffentliche Bibliothek aufgestellt,welche über 40000 Bände zählt. Nebst mehrerenInkunablen und seltenen Drucken befinden sichauch daselbst die Visionen der heiligen Hildegard,ein Codex mit schönen Miniaturmalereien ausdem 12. Jahrhundert. Mit grosser Liberalitätwird jedem gebildeten Fremden der freie Zutrittund die Benutzung der Bibliothek, welche Mon-tag, Mittwoch und Freitag geöffnet ist, gestattet.
In dem mittleren Stock des Palais ist dieSammlung der 1821 gegründeten Gesellschaft fürNassauische Alterthumskunde und Geschichtsfor-schung aufgestellt und mit ihr seit 1824 die vonGerning'sche Antiken -Sammlung vereinigt worden.
Eine Anzahl von Gold- und Silbermünzen,meistens in Nassauischem Grund und Boden ge-funden, enthält ebenfalls viele seltene Stücke. —Todtenurnen, Thränengläser, hetrurische Vasen,Bronzen, geschnittene Steine, Büsten und Basre-liefs, einige Statuen, so wie die beim Bau derArtillerickaserne ausgegrabenen und hierher ge-schenkten römischen Alterthümer bilden ein Mu-seum, welches den Kenner gewiss befriedigenwird. Auch von Lapidarschriften und Sarkopha-gen ist manches interessante hier zu schauen. Dasvorzüglichste der ganzen Sammlung sind jedochdie in den römischen Ruinen bei Hedcrnhcim1826 aufgefundenen Bildwerke, Altäre und Bas-reliefs zweier Mithrastempcl. Der geschätzteAltertumsforscher Habel hat das Verdienst,