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Rheinisches Album oder Beschreibung, Geschichte und Sage des Rheingaues und Wisperthales mit der Umgegend
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78 3Per Wtjttiioau.

m lernen." Ein Kloster hatte Lorch nicht, wohlaber wohnte eine geistliche Genossenschuft da-selbst, die einen eigenen Chor hielt, den Gottes-dienst der Umgegend besorgte und der Ritter-schulc Lehrer gab. Erst in der Hälfte des sie-benzchnten Jahrhunderts siedelten sich im dorti-gen l'riiscnzhaus Kapuziner an, welche es jedoch1712 schon wieder verlicssen.

Die gothischc, mit einem herrlichen Glocken-geläutc versehene Kirche ist ein schönes Bauwerkaus dem zwölften Jahrhundert. Vor ihrer 1819erfolgten Renovation war der ganze Boden miteinem Mosaik von Grabsteinen vom Jahre 1160bis zum Jahre 1471 belegt. Sie wurden damalsgleich wie vieles von dem hölzernen Schnitz-werk, welches den Hochaltar und die Chorstühlesriertc, hinweggenommen. Unter den sechs Grab-. malern, welche jetzt noch in den Hallen die-ses ehrwürdigen Tempels aufgestellt sind, ist daseines Zeitgenossen und Waffenbruders Franz vonSickingens, des kaiserlichen Feldmarschalls undTürkenbesiegers Johann Hilgen von Lorch dasinteressanteste. Das älteste jedoch ist das voneinem Philipp Hilgen von Lorch vom Jahre 1815.

Vor der Kirche auf dem ehemaligen Kirch-hof, wo man einer sehr schönen Aussicht geniesst,steht ein in Stein gehauenes, aber leider weissangestrichenes Krucilix, welches die Bewunderungaller Kenner und Freunde plastischer Kunst ist.Es trägt die Jahreszahl 1491.