ittiuelljtim uiiö Winkel. 39
Alles daselbst ist noch so, wie es ihre lebendigeund dichterische Phantasie auf das anmuthigstcdarzustellen wusste, selbst die naheliegendeGerberei giebt noch Zeugniss fortwährender Thä-tigkeit durch die Düfte welche sie verbreitet! —Dicht hinter Winkel liegen die wenigen Häu-ser von St. liartholoinä und wir wissen nichtsdavon zu melden, als dass auf dieser Stelle einstdas längst eingegangene Dörfchen Klinyelmünde,an der in den Rhein sich ausmündenden Klingcl-bach, gestanden.
Eine Viertelstunde von Winkel entfernt undseitwärts nach dem Gebirge zu, liegt das demFreiherrn von Greifenclau gehörige Schloss Vol-ratliK. Es ist die einzige von allen HhcingauischcnPrivatburgen, welche sich erhalten hat. Auchhier ist noch alles so, wie es Goethe in seineuReisen am Main und Rhein mit historischerTreue schilderte. Noch immer ragt der grosseaus dem dreizehnten Jahrhundert stammendeThurm aus dem grünen Gewässer des Weihers,noch immer liegt in seinen verödeten Gemächernjener uralte Turnicrsattcl, und in dem Garten-salon sind die Reihen Gmloiiclauischer Ahncn-biWer ihren Plätzen getreu geblieben. AuchIn dem neuern Schlosse ist jenes Zimmer volluralte* Stammbäume und Familicnbilder eben sounverändert, wie es Goethe 1814 gesehenhatte! —
Wir geleiten den Wandrer nun auf der gutenKunststrasse, welche von Winkelaus bergan, und