10 Icr tll)ring<ut.
rauf den andern Tag unter freiem Himmel aufder Eiitzelsau zwischen Winkel und Gciscnheim,und der Erzbischof beschwor feierlich, des Rhein-gaus Hechte zu schützen und zu erhalten. EinHochamt, welches er in der Kirche zu Geiscn-heim hielt und ein grosser Schmauss beschlossendas Fest des Tages.
Bei Erledigung des erzbischüflichen Stuhleswurde den tapfern und mannhaften Rheingauern,welche den Erzbischöfen in ihren Eehdcn mit derMainzer Bürgerschaft und auch auswärts immertreu beigestanden hatten, die Bewachung der Mar-iinsburg übertragen. War aber der Rheingau ge-fährdet durch innere oder äussere Fehde, durchAufruhr oder feindlichen Einfall, so ertönten dieSturmglocken von Ort zu Ort, die Hörner derGemeinden und das Waff'engcschrei riefen dieFähigen zu „eilender Hülfe" und ehrlos ward er-klärt wer aus dem Kampf entfloh. Ja das Ge-setz verlangte von dem Viccdom, dass er, umdie Seinen zu schirmen, noch auf den Knicenstehend streiten solle. Bei auswärtigen Fehdenstanden die Bhcingaucr in dem Heerbanne desErzbischofs unter ihren eigenen Hauptlcuten. Diesewurden immer aus dem inländischen Adel erwähltund ihr Anführer oder Landeshauptmann war der\icedom des Rheingaus. Seine Schaaren in Rot-ten abgethcilt kämpften unter ihrem eignen, mitdem Bilde des heiligen Martinus geschmücktenPanier, und waren als tapfere Streiter gefürchtet.Sie bewährten sich als solche 1360—1376—1382