Der Hthttnflcui. 9
in peinlichen Sachen. Sie wurden zuerst auf derGrafen- oder Lützelsau zwischen Geiscuheim undWinkel, sodann aber auf der sogenannten Wach-holderhaidc und auch über der Höhe bei demDorfc Nehren, vom vierzehnten Jahrhundert anaber beständig in Eltvill gehalten.
Diese Gaadinge wurden höchst feierlich unterfreiem Himmel dreimal des Jahres begangen.Glockcngeläute verkündete die Stunde des Ge-richts. Der Gaugraf, und nach dem Erlöschendieses Titels der Viccdom des Rheingaus, eröff-nete es mit blossem Schwert und nach der Sonnegewendetem Antlitz, und die strenge Gerechtig-keit der Richter und Schöffen waren der Stolzdes Landes.
Die Freiheiten des Rheingaus wurden vonjedem Erzbischof von Main/, als Landcshcrrn be-stätigt und erneuert; dafür huldigte es ihm dennauch wie jedes grössere Land seinem Fürsten.Zu Eltvill geschah der feierliche Eingang desErzbischofs, und er ritt daher „als ein gewaltigerHerr" *) prächtig geharnischt und den rothen Hutmit Pfauenfedern geschmückt. Mit ihm warenvier Domherrn, sein Marschall, Truchscss, Kanz-ler und ein glänzendes Gefolge. Der Gaugrafoder Viceflom des Rheingaus, umgeben von derzahlreichen Ritterschaft des Landes und den Schöf-fen und Schultheissen, übergab ihm die Schlüsselder Barg zu Eltvill. Die Huldigung geschah da-
*) Budmann.