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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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Band

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Band I. VI. Abschnitt: Bewegungen der III. und Maus-Armee nach der .Schlacht bei Sedan, Einschliessung von Paris etc.

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Ersatzes war ungenügend. Die zunächstliegende Art durchLeute der Besatzungtruppen hatte zwar den Vorzug,dass sie eine rein militärische war, litt aber unter dermangelnden Vorbildung, häufig auch unter der Abneigungder Mannschaften, sowie daran, dass die Besatzungstruppenzeitweilig den Ort wechselten. Letzterer Umstand kamauch hei dem Personal der freiwilligen Krankenpflege mitin Betracht, während der Krankenwartung durch Angehörigeder Französischen Nation, namentlich der Uebelstand an-

haftete, dass die Verständigung zwischen Kranken undPflegern durch die Sprachverschiedenheit erschwert war.

Die Zahl der Aerzte, welche sich durch Krankheiten,mehrmals auch durch Gefangennahme verringerte, Hess sichdurch Civilärzte zwar ergänzen, doch behielt die Verwendungder Letzteren etwas Missliches bei solchen Feldstellen,deren Selbstständigkeit neben der wissenschaftlichen Aus-bildung auch eine gründlicheKenntniss der Dienstvorschriftenzur Voraussetzung hat.

Sechster Abschnitt.

Bewegungen der III. und der Maas-Armee nach der Schlacht bei Sedan; Ein-schliessung bezw. Belagerung von Paris und der kleineren rückliegenden Festungen.

Vormarsch.

Nachdem die Französische Armee bei Sedan die Waffengestreckt, der gefangene Kaiser aber das Eingehen aufFriedensverhandlungen abgelehnt hatte, begann alsbald derweitere Vormarsch des Deutschen Heeres gegen Paris.

Die III. Armee, von welcher das I. Bayerische unddas XL Korps vorläufig bei Sedan zurückblieben und dasVI. Korps sowie die 5. Kavallerie-Division bereits in derRichtung auf Reims vorgeschoben waren, setzte sich nachSüdwesten in Bewegung, während die Maas-Armee (durch die6. Kavallerie-Division verstärkt) auf deren rechtem Flügelmarschirte. Die Strasse über Rethel und Beims bildete dieGrenze zwischen beiden Armeen.

Zur Behandlung der unterwegs Erkrankenden wurdenseitens der III. Armee auf dem Marsche nach Paris Feld-lazarette zurückgelassen in Attiguy, Reims, Montmirailund Chäteau Thierry. Betheiligt waren bei diesen Eta-Idirungen das 11. und 12. Feldlazareth VI., das 10. V. Armee-korps, sowie das 2. und 5. Württembergische Feldspital, also 5 Feldlazarette. Erst nach dem Eintreffen derArmeen vor Paris traten an dieser Etappenlinie auch das10., 11. und 12. Feldlazareth XIII. Armeekorps ') in Thätig-keit und zwar das 10. in Mourmelon, das 11. und 12. inReims. Letzteres löste daselbst das 12. FeldlazarethVI. Armeekorps ab (am 9. November), nachdem ihm vorherdie Aufgabe zugefallen war, in Acy le Haut den Kranken

') Diese 3 Peldlazarethe waren der 2. Landwehr-Division zu-Btheilt und mit dieser dem General-Gouvernement in Reims unterstellt.

der Soissous einschliessenden Truppen ausreichenden Bei-stand zu sichern. Als sodann das I. Bayerische Armeekorpsden übrigen Truppentheilen der III. Armee in der Richtungauf Paris folgte, machte sich die Nothwendigkeit einerLazarethanstalt in Epernay geltend, woselbst in Folgedessen das Aufnahins-Feldspital No. 11 in Thätigkeit trat.Die meisten dieser Lazaretheinrichtungen blieben langeZeit hindurch bestehen.

Noch bevor die Zutbeilung der 6. Kavallerie-Division andie Maas-Armee (durch Befehl vom 3. September) erfolgte, rücktediese Division (in Folge Befehls vom 2. September) gegen Reimsvor und besetzte am 3. September Attigny, einß etwa in derMitte zwischen Sedan und Reims gelegene Stadt. Noch andemselben Tage etablirte sich daselbst das 12. FeldlazarethVI. Armeekorps in dem Kloster, dem Schulhause und einemPrivatgebäude. Schon am nächsten Tage stieg der Kranken-stand auf 261. Insgesammt behandelte das Lazareth daselbst4 10 Mann und übergab am 25. September 35 Nichttransportableder Pflege Französischer Civilärzte, um seinerseits nach Reimszu rücken, wo die 1. Sektion des genannten Lazareths im Vereinmit dem 11. Feldlazareth VI. Armeekorps bereits am 5. Septemberzur Etablirung gelangt war. Beide Lazarethe belegten aussereiner Anzahl (hauptsächlich für Typhuskranke bestimmter)Baracken viele, fast durchweg zur Aufnahme von Kranken vor-züglich geeignete Räume in Hospitälern, Pensionaten und Fa-briken. Aufgenommen wurden von beiden Lazarethen zusammennicht weniger als 2645 Mann. Das 12. Feldlazareth übergabam 9. November seinen Bestand mit 91 Kranken an das 12. Feld-lazareth XIII. Armeekorps, das 11. am 29. November seinenBestand mit 350 Kranken an das 11. Feldlazareth XIII. Armee-korps.

Ebenfalls in Reims Hess sich das 5. WürttembergischeFeldspital am 13. September nieder, um bis 28. Oktober 1870524 Kranke zu behandeln.

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