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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band

Am 24. September übernahm das Bayerische Aufhahms-FeldspitalNo. 5, welches vorher, und zwar vom 15.23. August,in Niederbronn mit der Rückbeförderung von Kranken, vom26. August bis 14. September auf dem Bahnhofe zu Nancy be-schäftigt gewesen und am 21. September in Sedan eingerückt war,jedoch von SedaD aus zwei Aerzte und drei Krankenwärter an dasbenachbarte Bayerische Marodenspital Pont Maugis abzugebengehabt hatte, das Etappenlazareth im College mit 124 Kranken.Am 9. November beendete es seine Thätigkeit, nachdemes bis dahin 278 Mann gepflegt hatte. Ein verbleibenderRest wurde dem Lazareth der Citadelle Montagne des Capucinsübergeben, woselbst das Bayerische Spital einen Theil seinesWärterpersonals bis 19. November in Verwendung Hess.

Das Hopital niilitaire in Sedan, ursprünglich zwarnicht für diesen Zweck gebaut, war mit allen erforderlichenEinrichtungen, wie Apotheke, Badeanstalt, Waschhans, ver-sehen, würde daher sehr gut geeignet gewesen sein, wennes nicht schon seit so lauger Zeit eine übergrosse Zahlvon Kranken aller Art beherbergt hätte. Mitte Oktoberbefanden sich daselbst noch gegen 100 Franzosen (Ver-wundete und Kranke), für deren Behandlung FranzösischeAerzte und Wärter zurückblieben, während die Verpflegungden Deutschen anheimfiel. Die unteren Räume und daserste Stockwerk wurden mit 97 Deutschen Kranken be-legt. Den ärztlichen Dienst musste der Etappenstabsarztzunächst allein versehen; erst im November wurden dem-selben vier Civilärzte überwiesen, welche daselbst im Dienstverblieben, bis die 1. Sektion des Lazareth-ReservepersonalsXIII. Armeekorps das Hospital am 20. November übernahm.Dieses Personal, nur aus zwei Sektionen bestehend, wardurch Abgabe von Personal der anderen Korps gebildet worden.Als dasselbe am 12. Dezember seinem Korps nach Orleans zufolgen Befehl erhielt, wurde die Krankenbehandlung im Hospitalvon drei Truppenärzten fortgeführt bis zum 21. März 1871,an welchem Tage die Uebernahme seitens des 6. FeldlazarethsXII. Armeekorps erfolgte. Vom 1. Oktober bis 21. März warenverpflegt worden 83 Verwundete und 1267 Kranke.

Das 9. Feldlazarett! IV. Armeekorps in La Moncelleübergab seine Kranken am 2. Oktober der 3. SektionLazareth-Reservepersonals XII. Armeekorps, indem einArzt dieses Personals bis zum 10. Oktober dieselben be-handelte , um sodann den Restbestand von 20 Manndem Lazareth-Reservepersonal IV. Armeekorps zu über-geben, welches bei denselben bis Ende Oktober verweilte.In Douzy wirkte seit dem 6. Oktober das Lazareth-Reservepersonal XII. Armeekorps. Die Krankenverpflegungwar schwierig aber genügend zu beschaffen. Seit dem20. Oktober konnten die wegen der eintretenden Kälteungünstigsten Unterkunftsräume, die früher erwähntenEisenbahnwagen und die Baracke (vergl. Seite 144),_ auf-gegeben werden. Bis zum 12. Dezember, an welchem Tage dasPersonal den Rest von 14 Kranken nach Sedan beförderte,hat dasselbe (abgesehen von La Moncelle) 270 Kranke,darunter 76 Verwundete, gepflegt.

Am 12. und 20. Oktober gelang es, auf gewöhnlichenKrankenzügen Hunderte von Kranken aus den Lazarethenbei Sedan zu evakuiren und so die Ablösung der Lazarethe

zu fördern. Diese erfolgte für das 6. Feldlazareth V., da«12. XII. und das 10. XI. Armeekorps durch die 2. SektionLazareth-Reservepersonals IV. Armeekorps von La Moncelleaus, welche bis zum 18. November thätig blieb und da«die noch vorhandenen 25 Krauken an das dort etablirteG. Feldlazareth 1. Armeekorps abgab.

Gegen Ende Oktober bestanden in und um Sedan.abgesehen von dem Etappenlazareth in Sedan, das deiCharakter eines Garnisonlazaretks angenommen hatte, mirnoch vier Kriegslazarethe:

1) in La Moncelle die 2. Sektion Lazareth-Besen»Personals IV. Armeekorps,

2) in Douzy die 3. Sektion Lazareth-ReservepersonaäiXII. Armeekorps,

3) in Pont Maugis \ Bayerisches Aufnahms-Feldspital

4) in Sedan / No. 5.

Ausserdem befanden sich in Floing einige Kranke ii.Behandlung eines dort verbliebenen Arztes des 9. Feld-lazareths XII. Armeekorps. In Balan und Monvülenendlich widmete sich noch eine Englisch - AmerikanischeAmbulanz der Verwundetenpflege. Sämmtliche eben ge-nannten Anstalten beherbergten zu dieser Zeit 373 Krankeund Verwundete.

In den letztgenannten beiden Lazarethen lagen minoch Rekonvaleszenten, deren Entlassung ebenfalls in14 Tagen bevorstand. Von Französischen Verwundet«und Kranken waren in Sedan nur noch 90 in der Behandln«von vier Französischen Aerzten.

Die Aufsicht über den Bezirk ging an den FeldlazarettDirektor des General-Gouvernements in Reims über. Der-selbe leitete die Rückbeförderung der Kranken überBoulzicourt nach Reims, in welchen beiden Orten zu dieseiZwecke die Einrichtung von Etappenlazarethen stattfand.In Boulzicourt wurde einer der dortigen Truppenärztetäglich für den Etappendienst kommandirt, empfing dienunmehr regelmässig jeden Tag zu Wagen eintreffendenTransporte von je 25 Mann, liess sie in dem Etappen-lazareth verpflegen und etwa zwei Stunden später naetReims befördern.

Ergebniss.

Im Ganzen kamen anlässlich des Vormarsches der III.und Maas-Armee, sowie in Folge der Schlachten bei Beanmoaiund Sedan 15 Sektionen Lazarethpersonal, 2 BayerischeHaupt-Feldspitäler und die beiden der Spitalreserve 9getheilten Bayerischen Aufnahms-Feldspitäler zur Thätigkeit.und zwar einige Sektionen nacheinander an mehreren Orten.andere, um bis zum Rückmarsch der Deutschen Heere mder Stätte ihres Wirkens zu verharren.

Der Mangel an Heilpersonal, namentlich an Wärt»kräften, machte sich auch auf diesem Theil des KriegtSchauplatzes geltend. Jede Art des thatsächlich geleisteten

Band I.

VI. A

!) Vergl. den folgenden Abschnitt.

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