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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarette.
Band I.
Das 2. Württembergische Feldspital etablirte sich am16. September in Chäteau Thierry und blieb hierselbst bis14. Dezember, in welchem Zeiträume es 610 Kranke, darunter23 Verwundete, gepflegt hat.
Das 10. Feldlazareth V. Armeekorps gelangte am ^.Sep-tember zu Montmirail (südwestlich Epernay) im Hotel Dieu undeinigen Privatgebäuden zur Thätigkeit. Es nahm insgesammt758 Mann (darunter 31 Verwundete) auf. Am 22. Novemberübergab es einen Bestand von 4 Typhus- und 1 Ruhrkrankeneinem Französischen Arzte und der Pflege von Vincentinerinnen.
Das seit dem 25. September in Mourmelon le Grand (süd-östlich Reims) stationirte 10. Feldlazareth XIII. Armeekorpsrichtete sich daselbst in dem sogenannten Hopital provisoire in16 Französischen Krankenbaracken (mit je 25 Betten) ein, welcheleider während des ungewöhnlich kalten Winters 1870/71 sichnur unzureichend erwärmen Hessen. Das Lazareth behandeltedaselbst in Summa 1493 Mann, am 23. Februar wurde es auf-gelöst.
Das 11. Feldlazareth XIII. Armeekorps Hess sich am22. September in einem Privathause des Boulevard Gerbert zuReims nieder, welches von der freiwilligen Krankenpflege sehrzweckmässig und mit einem gewissen Luxus eingerichtet wordenwar. Es nahm daselbst 123 Mann auf, beendete indessen seineThätigkeit in Reims schon am 11. Oktober, um sich darauf am26. Oktober in dem nordöstlich Reims gelegenen Boulzicourtzu etabliren. Hier bebandelte das Lazareth in Summa 69 Mann,vou denen es 9 am 13. November dem ablösenden 1. Feldlazareth
1. Armeekorps übergab. Es war darauf vorübergehend in GrandPro vom 16. bis 20. November bei 59 Mann (darunter 17 Ver-wundete) thätig, um dann vom 29. November ab zum zweitenMale in Reims zu ausdauernderer und ausgedehnter Wirksamkeitzu gelangen. Am 20. März 1871 wurde es durch das 6. Würt-tembergische Feldspital abgelöst, nachdem es in Reims 2657Kranke behandelt hatte.
Das 12. Feldlazareth XIII. Armeekorps gelangte am
2. Oktober in Acy le Haut, einem grossen wohlhabenden Dorfe,etwa eine Meile von Soissons, zur Etablirung. Es behandeltedaselbst in Summa 273 Mann unter recht günstigen äusserenVerhältnissen und begab sich nach Auflösung der Kranken-anstalten zu Acy le Haut am 2. November nach Reims (sieheoben), woselbst es vom 9. November 1870 bis 11. März 1871etablirt blieb. Mit Einschluss des übernommenen Bestandes von91 Kranken hat das Lazareth in dieser Zeit 1511 Verwundeteund Kranke behandelt. In dem Maison Roederer am Boulevardle Temple erhielt es eine von dem Besitzer freiwillig hergegebeneund vollständig eingerichtete Krankenanstalt für verwundeteund kranke Offiziere überwiesen. Personal des 1. Sanitäts-detachements XIII. Armeekorps unterstützte die Thätigkeit desFeldlazareths.
Das Aufnahms-Feldspital No. 111. Bayerischen Armeekorpsbenutzte in Epernay vom 16. September an die riesigen Hallender an einem Hügel gelegenen Champagnerfabrik von Moetund Chandon, welche von der Mairie mit Lagerstellen versehenund schon mit 116 Mann belegt waren. Insgesammt hat dasSpital hier 587 Mann (ausschliesslich 45 Passanten) behandelt.Am 3. Oktober wurde der Restbestand (88) der unter demSchweizerischen Arzte Dr. Appia stehenden Ambulanz übergeben.
Für die Kranken der Maas-Armee entstanden Lazareth-Einrichtungen in Rethel, Neufchätel,Neuilly St. Front, Fismes,Villers -Cotterets, La Ferte' Milon und Nanteuil le Haudouindurch das 4. und 7. Feldlazareth XII. (Königl. Sachs.) Armee-korps, das 1. Feldlazareth des Gardekorps und das 2. Feld-lazareth IV. Armeekorps. Eine Sektion des letzteren wurde
ausserdem am 10. September angewiesen, schleunigst nachLaon zu rücken, weil die Pflege der am 9. September beiExplosion des Pulvermagazins') Verunglückten ein Lazarettan jenem Orte erheischte. Es blieben somit 4 Feldlazaretteder Maas-Armee auf der Etappenlinie zurück; dieselbenwurden jedoch theils durch Ablösung, theils durch Aufgabeder Etablirungsorte nach einigen Wochen wieder frei —am spätesten (13. November) die 2. Sektion 2. FeldlazarethsIV. Armeekorps in Laon.
Das 4. Feldlazareth XII. (Königl. Sächsischen) Armeekorpsnahm am 9. September in Rethel zunächst das Hopital generalin Benutzung, welches bereits mit Kranken des FranzösischenHeeres und wenigen Deutschen belegt war. Nächstdem wurdedas College Notre Dame beansprucht und sein Bestand anguten Betten durch Bettstellen, Matratzen und Decken derGefängnisse von Rethel ergänzt; später wurden die im Nachbar-hause mit kranken Franzosen belegte Ambulanz, das Postgebäude,zwei Schulen, endlich einige in der Kapuzinerstrasse gelegenePrivaträume herangezogen. Einschliesslich der vorgefundenen130 Kranken gingen bis zum 10. September 361 zu. DieBehandlung hatten bis zur Ankunft des Feldlazareths beiden Französischen Kranken ein zurückgebliebener Fran-zösischer Militärarzt, bei den Deutschen ebenda verbliebeneWürttembergische Aerzte, von Französischen Civilärzten unter-stützt, geleitet. Nach erfolgter Uebeigabe von 182 Mannan die 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals XII. Armeekorpsam 26. und 27. November trat das Feldlazareth seinen Abmarscham 28. November gegen Reims an. Insgesammt sind, abgesehenvon den durch Rethel gegangenen Passanten, in die dortigenLazarethanstalten während der Monate September, Oktober undNovember 1334 Kranke aufgenommen worden.
Am 14. September etablirte sich westlich Reims in Fismesdas 7. Feldlazareth XII. (Königl. Sächsischen) Armeekorps. ZuLazarethzwecken geeignete grosse Gebäude besass die Stadtnicht; man sah sich daher genöthigt, mit dem leerstehendenBahnhofe, einigen Lagerhäusern, zwei in engen Gassen liegendenTanzsälen etc. vorlieb zu nehmen. Von Bettstellen und Matratzenfand sich nur ein sehr geringer Vorrath vor, so dass die Kranken,deren Zahl bis zum Abende des folgenden Tages (l 5. September)auf 287 gestiegen war, zunächst auf Stroh gelagert werdenmussten. Das etatsmässige Lazarethpersonal, welches 5 Krankezählte, wurde am 23. September durch die Abtrennung einerSektion geschwächt, weil sich in Villers Cotterets (an der BahnSoissons—Paris) Mitte September eine grosse Anzahl (etwa 200)Kranker angesammelt hatte, obschon daselbst ein Deutsches La-zareth nicht existirte. In Folge dessen erhielt das in Redestehende Feldlazareth am 19. September Befehl, zwei Aerzte nachVillers abzusenden, welche sich auch der in La Ferte Milon (süd-lich Villers Cotterets) befindlichen Kranken annehmen sollten. InVillers fanden diese Aerzte am 24. September jedoch nur noch57 Kranke vor, im Hopital und in dem geräumigen, mit hohenZimmern ausgestatteten Schlosse gut untergebracht, von zweiFranzösischen Civilärzten behandelt und von Schwestern ver-pflegt. Die Verhältnisse in Villers Cotterets standen demnachgünstiger als man erwartet hatte, so dass an leitender Stelledie Anwesenheit des Sanitätspersonals über den 1. Oktoberhinaus nicht für nöthig erachtet, vielmehr die Ueberwachung derSachlage in Villers durch den Chefarzt des 7. Feldlazareths tobFismes aus als genügend angesehen wurde. In La Ferte Milon
Band I.
VI. Abs.
') Vergl. Generalstabswerk II, Seite 25. Die Verluste beliefensich Französisclierseits auf 300 Mann, Preussischerseits waren 3 Offi-ziere und 39 Mann todt, 12 Offiziere und 60 Mann verwundet.
waren die Umständeerwähnten Aerzte voabstatteten, überzeujtember davon, dassin der Mädchenschulvortrefflich beschaffe:durch einen Civilargesichert waren. Eistatt, so dass am 4.blieben. Diese Krankeingetroffene Sektionangelangten 2. Sektiam 6. Oktober abzunwieder einzutreffen.
Am letzteren Oinoch immer in Thäti,den Best von 90 KrsPersonals des Garde7. Feldlazareth in Fi666 Kranke behande]
Das l.Feldlazanternber in seine zwe:bald in Neufchätel siWirksamkeit gelangt'
I. Sektion vom 15.Hotel Dieu, einem Pebei in Summa 516 K30. September demwelches seinerseits dipersonal desselben K<wurde, dem Gardektfolgen.
Die 2. Sektiongehend von der 1. uCollege mit den Vervund dem benachbarteeinigen PrivathäuseriLazareth insgesammt13. November konnte
Die 1. Sektion
II. September der 7,tember nordöstlich Psbehandelte daselbstanr 4. Oktober demübergab.
Einschliessungbis I
Seitens des :war unter dem 15.dass die Armee Sehy oii Sachsen gegenaber auf dem linkrücken habe. 2 )
Dem entsprecheArmee von ParisGarde- und IV. Arr
') Vergl. Generals2 ) Generalstabswer
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