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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band 11 Bund I-

halten werden konnte. Das Kasernernent freilich inusste auf einigeZeit geschlossen werden. Hier waren die fast durchgängig anRuhr leidenden Französischen Kriegsgefangenen zu Tausendenuntergebracht worden und zwar meist nur im Kasernenhofe aufStreu. Dabei waren trotz Darbietung aller Hilfsmittel undtrotz Androhung schwerer Strafen alle Kasernenräume vomHofe hinauf bis zum Dache verunreinigt. Erst als EndeSeptember 184 Ruhrkranke zurückbefördert worden waren,gelang es, einen Theil der Kaserne behufs gründlicher Reinigungund Desinfektion zu schliessen. Die Verpflegung durch Requisitionzu beschaffen fiel schwer; selbst Brot war anfangs nicht ingenügender Menge vorhanden; vom 6. November an wurde siedurch Yermittelung der Gemeinde in regelmässiger Weise be-werkstelligt und durch ein Depot der freiwilligen Krankenpflegeunterstützt. Das durch Krankheit gelichtete Pflegepersonalward von Anfang an durch solches der freiwilligen Kranken-pflege verstärkt. Allerdings brach der grösste Theil desletzteren am 24. September nach Nanteuil auf. Trotzdem hatdas Lazareth bis zum 13. Januar 1871 nicht weniger als8911 Kranke und Verwundete (einschl. der Deutschen Passanten)in Behandlung genommen.

An derselben Etappenlinie, nordwestlich 8t. Mihiel, inClermont en Argonne ein Etappeulazareth einzurichten,wurde der 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals XU. Armee-korps zur Aufgabe gemacht.

In Clermont en Argonne befanden sich am 30. August inzwei öffentlichen Gebäuden 32Deutsche und Französische Kranke.Bis 31. August gingen noch 75 Deutsche Verwundete und49 Deutsche Kranke zu, so dass für die Unterkunft und sonstigeVerpflegung von 156 Kranken sofort das Erforderliche ins Werkzu setzen war, eine Aufgabe, welcher sich fast unübersteiglicheSchwierigkeiten entgegenstellten. Dieselben beruhten haupt-sächlich darin, dass das Lazarethpersonal von der Stadt Clermontthatsächlich nichts erlangen konnte. Die Bevölkerung war inFolge der zahlreichen Durchmärsche, Einquartierungen und derhiermit verbundenen Requisitionen hart mitgenommen und vonallen Hilfsmitteln entblösst. Nichtsdestoweniger musste diedringlich nöthige Errichtung eines Lazareths sofort angestrebtwerden. Von den zahlreichen verlassenen kleinen Häusern derStadt wurden zu jenen beiden vorgenannten sogleich noch neunund später abermals neun, obschon dieselben von Schmutz, na-mentlich von verwesenden Stoffen, starrten, mit Beschlag belegtund auf das sorgfältigste gereinigt. Den Bedarf an Bettstellensuchte man theils durch Requisition, theils durch Herstellungvon 90 hölzernen Feldlazarett» - Bettstellen zu decken, hieltaber dabei an dem Grundsatze fest, nur die nicht transport-fähigen Kranken in die Lazarethräume aufzunehmen, dietransportfähigen nöthigenfalls in besonderen Massenquartieren(einem Saale im Rathhause, dem Bahnhofs - Güterschuppenund einigen Scheunen) nächtigen zu lassen. Die Beköstigungwar in dieser verödeten Gegend nicht minder schwierigzu beschaffen. Auch von Heilmitteln war nichts vorhanden,als das, was die Aerzte zufällig persönlich mit sich führten,nebst dem Wenigen, was sich im Privatbestande eines biszum 25. September mitherangezogenen Französischen Arztesbefand und was der ebenfalls daselbst thätige Arzt der DeutschenBesatzungstruppen darbot. Fast das gesammte Heil- und Pflege-personal erkrankte an Typhus oder Ruhr; ein Assistenzarzt fieldem Typhus zum Opfer. Auch der Etappenkommandant des Ortesstarb am 31. Oktober an Ruhr. Die Krankenbewegung durchClermont war beträchtlich, namentlich seitens der Passanten.Von letzteren gingen allein am 7. September 580 durch denOrt; von Ende August bis 19. September betrug ihre Zahl 3714.

In die Verpflegung des Lazareths wurden vom 30. Au«

9. Dezember 784 aufgenommen. Nebenher hatte das Persomlnoch die Pflege einiger (am 22. September waren es 24 ein-schliesslich 9 Deutscher) Kranken, die in Varennes in Rhandlung eines Französischen Civilarztes sich befanden, zu übeiwachen. Nachdem schon am 21. November das übrige Pnach Rethel aufgebrochen war, übergab der mit einigen Wärternzurückgebliebene Assistenzarzt am 9. Dezember dieübrigen zwei Typhuskranken dem Truppenarzte der Besatan

Weiter nordwestlich in Grand Pre und Vouziers nal«zunächst ein Feldlazarett! 1 ) den Etappendienst mit wakIn letzterem Orte traf am 6. Oktober 1870 ein Arzt dafreiwilligen Krankenpflege ein, welcher bis "29. November146 Kranke behandelte.

In Buzancy (zwischen Vouziers und Stenay) verder Etappenarzt bis 14. September den Dienst Ausserhielten zwei Stabsärzte des Lazareth-ReservepersonalsIV. Armeekorps Befehl, diejenigen meist an Ruhr leidendenKranken, welche die Maas-Armee bei ihrem Marsche aufBeaumont zwischen diesem Ort und Clermont ohne ärztlicheHilfe und militärischen Schutz hatte zurücklassen müssazu sammeln und in die Etappenlazarethe überzuführen.

Nördlich Beaumont, in Faubourg de Mouzon, war17. September, nachdem das 11. Feldlazarett) IV. Armee-korps alle Transportablen entlassen hatte, der Rest vonVerwundeten und Kranken zunächst in die Händefreiwilligen Krankenpflege übergegangen, deren Orgihier unter Leitung des konsultirenden Chirurgen IV. Armeekorps einige Tage thätig blieben. Am 21. Septem!«wurde die 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals IV. Arm»korps von Beaumont zur Uebernahme des Kriegslazarettbeordert und übernahm daselbst den Dienst am - 24. September,

Es fanden sich in einer Spinnerei und Mühle 116 Ver-wundete und 24 Typhuskranke, zu denen in den nächstlTagen noch 11 Verwundete und 7 Typhuskranke aus Cariund Beaumont hinzukamen. Die übrigen wurden bis

10. Oktober nach Douzy entlassen, so dass mit dem genannt«Tage das Kriegslazareth geschlossen werden konnte.

Durch den Armee-Generalarzt war dem FeldlazarettDirektor XL Armeekorps mitgetheilt worden, dass in PodiMaugis, einem kleinen Orte zwischen WadelincorRemilly am linken Maas-Ufer, mehr als 500 verwunde!Bayern lägen. Der Feldlazareth-Direktor begab sich s(am 20. September) an Ort und Stelle und fand indurch eine grosse Wollspinnerei mit vielen Fabrik"'und kleinen Arbeiterhäusern gebildeten Gehöft in der517 Bayern, theils in den grossen Fabriksälen, theils«den kleinen f Wohnräumen der Arbeiter untergeDieses Lazareth hatten zwei Bayerische Aerzte als Aushillspital am 8. September errichtet, um einerseits dieVerwundeten überfüllten Feldspitäler zu entlasten, ander«seits die Erkrankten und Marschunfähigen des von Seil)abrückenden Bayerischen I. Armeekorps aufzunehmen.

i) Vevsd. Seite 139.

Die ganze Spitasation geschaffen wihatte schon einige %Wirthshauses, sowiebereitgestellt; ausservon den Einwohnernersten Krankentransmit 88 Kranken eintwerden konnten. I

3 Tagen es ginge116, am 11. Septem!unverzügliche Einrichierzu das freigelegt

4 grossen, zu ebenerund Schieferboden,masehinenlokale best;der Maschinen ausBelegung nur gegendeshalb sofort noch '.hauses theilweise giLagerstätten benutzt!Wohnhäuser für Lei'man ein ziemlich emhaus für Schwerkraisolirt liegendes Häihause des Fabrikbes:Küche diente das WAnbau. Für VentilAusheben und Bese:desgleichen durch 1später jedoch mit Ttausses portes, mitte'mauern. Auch aneiner abgesondertensaales wurden 2 3vorhandenen laufendaus dem im Nebenrikessel gespeist wurddie Erwärmung dieReinigung der Lok;durch Fabrikarbeite:werkstelligt werden,des Massenandrangevorräthen oder mites, Woll-, Stroh- uiMatratzen herzustel]mittels Requisitionder freiwilligen KraVom 2. Oktober anein Englischer Arzt,unterstützt aus demUnterhalt des Spi300 Kranken etc. ülWeise bis zur Auflö:waren in der Folg

t Civil&rzte. DasVvKrankenwärtern, t]Truppen gestellt, d(19 Mann als Kranknoch 3 KrankenwänUebernahme der Veauch 5 freiwilligewährend der ganze)Dame aus SedanMch UeberführungSuitttg-B«iioM ülier