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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetacheinents, Feld- etc. Lazarethe.

Band l| Band 1.

im Januar 1871 steigerte sich derselbe auf 386 und imFebruar auf 399 Mann.

Zur Aufnahme kamen in der ersten Zeit vorzugsweiseKranke mit Darmkatarrken, Typhus und Euhr, zum grossenTheil von der Einschliessungs-Arniee vor Metz, sodann ausden Spitälern zu Sedan, Chälons, Epernay. Im Dezembergesellten sich Kriegsverwundete in grösserer Anzahl (201)aus den Gefechten bei Orleans meistens Leichtverletzte hinzu.

Am 4. Dezember wurde auch das am 17. Novembervon dem Haupt-Feldspital No. 3 verlassene, sodann einergründlichen Reinigung unterzogene College La Malgrange,l'/a Kilometer von den Baracken entfernt, als Filiale des-Barackenlazareths zur Aufnahme von Rekonvaleszenten ein-gerichtet.

Arn 12. April erfolgte die Uebergabe des Barackenlazareths,nachdem daselbst im Ganzen 2846 Mann behandelt waren,mit einem Krankenbestand von 129 Kranken an das 7. Feld-lazarett VII. Armeekorps. Nach Weisung der General-Etappen-Inspektion hatte das Haupt-Feldspital in Bereitschaft zu Nancyzu verbleiben, von wo es am 11. Juni mittels Eisenbahn in dieHeimath abrückte.

Da Deutsche Militär-Krankenwärter in ausreichender

Zahl nicht zu Gebote standen, waren in allen HospitälernNancys Französische barmherzige Schwestern aus demKloster St. Charles und vom Orden des heiligen Borromaeusneben besoldeten Französischen Civilwärtern, welche letzterehinsichtlich der Reinlichkeit und Zuverlässigkeit Mancheszu wünschen übrig Hessen, bei der Pflege der Krankenund in der Küche thätig. Die gesammten Verpflegungs-bedürfnisse wurden durch die Stadt, erst vom 15. März 1871ab durch die Militärmagazine gedeckt, während die frei-willige Krankenpflege in ausgiebiger Weise für Erquickungs-und andere Gegenstände sorgte.

In sämmtlichen Kriegslazarethen zu Nancy sind 737 Ver-wundete und 6557 Kranke mit 182 738 Behandlungstagenverpflegt worden.

Als die III. Armee über Nancy hinaus auf der StrasseVaucouleursLignySt. Dizier weiter rückte und das ge-sammte Lazareth-Reservepersonal der III. Armee ander-weitig gefesselt war, hatte der Etappen-Generalarzt vonden durch die Preussische Militär-Medizinal-Abtheilung ihmüberwiesenen 23 Civilärzten 8 zur gelegentlichen Ver-wendung bei sich behalten, welche er sofort für die Er-richtung der Etappen-Lazarethe verwenden konnte. Zwei der-selben wurden vom 24. August bis 3. September in einemkleinen Lazareth von 41 Betten zu Vaucouleurs beschäftigt,2 andere vom 27. August 1870 bis 10. März 1871 in Ligny,wiederum 2 vom 1. September bis 23. Oktober in St. Dizier,endlich 2 vom 28. August 1870 bis 28. März 1871 in Barle Duc, während das 1. Bayerische Aufnahms-Feldspital inder Zeit vom 1. bis 24. September ein Etappen-Lazarethin Void versah.

In Vaucouleurs handelte es sich vorwiegend um Schwer-kranke. Ausserdem kamen täglich Transporte von 20 bis

40 Kranken an, welche nur vorübergehend Untevkut; Iund Pflege bedurften, bevor sie nach Nancy weitergesdigf-lwurden. Als die Etappenstrasse nach dem RechtsabmarsdJder III. Armee verlegt worden war, behielt der Ort nur einjschwache Bayerische Besatzung. Acht Tage nach AbzugEtappenkommandos ward die Stadt von Mobilgardisten übtr-Lfallen, die Bayerische Besatzung nebst den beiden Aerztalgefangen genommen. Die letzteren wurden nach Lang:geführt und erst am 3. Tage aus der Gefangenschaft zu iBayerischen Vorposten zurückgebracht.

Nordwestlich Vaucouleurs liegt der Marktflecken Void,tldas 1. Bayerische Aufnahms-Feldspital vom 5. September!24. September (ausser durchschnittlich täglich 6080 Passanttim Ganzen 198 Kranke verpflegte. Dasselbe fand bei seinen!Einrücken 52 Kranke in Privathäusern zerstreut, welche bisher Ivon dem Civilarzte des Ortes behandelt worden waren. AumJden schon benutzten 16 Häusern wählte man sofort die Voschule mit einem schönen geräumigen Saale und ein grössereiKaffeehaus zur Krankenunterkunft. Zu diesen 18Häusernkanoch vier, in welchen Passanten untergebracht und verpwurden. Für die damals in sehr grosser Zahl durchpassiremk|Verwundeten (von Sedan her) ward ein besonderer Verbandplateingerichtet, wo das gesammte ärztliche Personal fast tägli«mehrere Stunden beschäftigt blieb. Da zu jener Zeit in viele|Dörfern der Umgebung von Void die Ruhr herrschte,die Anfänge einer Typhus-Epidemie in denselben beobachte]wurden, hatte ein ordinirender Arzt des Spitals öftere Rundreise!durch diese Dörfer vorzunehmen und die zur Verhireiner Weiterverbreitung der Epidemien geeigneten Maassnabmlanzuordnen.

In Ligny, westlich Void, wurde am 27. August ein Etappe«lazareth für 140 Betten in vier verschiedenen Lokalitätilerrichtet. Der Etappen-Generalarzt hatte auch hierher zielCivilarzte geschickt; neben ihnen war ein Bayerischer Truppeifarzt thätig. Im November wurden zwei Abtheilungen gerännilda das Lazareth nur noch für die Besatzungstruppen diente!Im Dezember wurde die Behandlung dem Arzte des Ortes über-Igeben; am 10.März 1871 endlich fand die Auflösung des Las]reths statt.

Nach St. Dizier, vier Stunden südwestlich Bar le Dit|wurde am 22. August 1870 der erste kranke Deutschegebracht und dem Hospice civil übergeben. In den nächst«beiden Tagen kamen noch 40 dazu. Da aber das kHHaus nur 50 Betten hatte, so überwies man die bis j

30. August noch weiterhin zugehenden 104 Mann cgrossen Hospice d'alienes. Inzwischen war ein Bataillon38. Preussischen Infanterie-Regiments eingerückt. Die beide!Aerzte dieses Truppentheils übernahmen die Sorge für die tägl«!sich vermehrende Zahl von Kranken und richteten für sie nochEcole des freres ein. Auch hier waren bis zum 30. August scM65 Kranke untergebracht, die ein Französischer Arzt der St«übernahm. So wurden die zwei Preussischen Aerzte in SMgesetzt, auch noch das College, ein Knabenpensionat n250 Betten, in ein Lazareth zu verwandeln, welches bis:

31. August schon 214 Kranke aufgenommen hatte. Arn l.Sffltember sandte der Etappen-Generalarzt zwei Civilarzte nmlSt. Dizier zur Uebernahme der Hospitäler, die jetzt not!174 Kranke enthielten. Da die verschiedenen Lokalitäten seilweit auseinander lagen, der Chefarzt überdies mit der BehaMlungsweise der Französischen Aerzte (z. B. wiederholtelasse bei Typhus) nicht einverstanden war, so verlegte derselMnachdem möglichst viele Kranke nach Bar le Duc evwaren, am 4. September den Rest von 94 Mann in das Colleflund Hess nur 4 Schwerverwundete in dem Hospice civil.

I Lazareth war im Colles, den mitten im G1 Baracke zu verwandtuntergebracht wurdlLazareth ihre Lazai[personal überlassen;[plötzlich Befehl zumlassistirende Arzt miss ersterer sichihm dieMairie sofonWärter. Im Ganzen802 Kranke behandelvon den vor ToulZahl der Kranken se123. Oktober 1870 iIn Bar le Duc,Bich in wenigen Tag[gesammelt. Der Eteinige von den ihmzur Errichtung einesCivilhospital, das L;früheres PriestersemLazarethe eiugerich400 Kranke, währegleich für die duiwerden musste. Es[bereit zu stellen. Didie Besatzungstruppflie späterhin leiderleben der Truppen[half mit Erfrischung!ibends laugte der eNorden her an. D»chatten erquickt, fu[Morgen mit Ausnahn[befördert. Dies wiec>eförderung von SedNun aber wuchs di(sowohl die Lazarethe[als auch diejenigenBt. Dizier ihre Krarnach der Kapitulatioahne dass die Zügesine Erfrischungsstalieh das Etappenlaz;lovember wieder fifarscb von Metz ntränke hier zurücklas Höpital des Marles ärztlichen Persoim 8. Dezember triiter den Befehl de*er Zugang an 1lanuar 1871 339.mndenen 70 Krank(ibergeben.

Gleichzeitig mlen Marsch gegen[ing über ThiaucoiIn Argonne. Als <png nach Nordosllasse von Pont äBtain gelegt und