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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band :

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und die Evakuation aus den Lazarethen der dortigenEinschliessungs-Armee begann, kam von da aus neuerZugang, bis die Sprengung der Brücke bei Toul dieKrankenzüge auf die nördliche Bahnlinie verwies. Währendder Ereignisse auf dem südlichen Kriegsschauplatze evakuirtedas XIV. Armeekorps von Epinal aus nach Luneville, wodie grosse Etappenstrasse erreicht wurde. Als die Lazarethein jener Gegend aufgelöst wurden, war es wieder Luneville,welches die von dort kommenden Kranken aufnehmen musste.Der III. Armee folgend, siedelte deren General-Etappen-inspektion schon am 18. August nach Nancy über und daes gelang, die Eisenbahn bis dahin sofort fahrbar zu machen,so konnte am "23. August auch der Etappen-Hauptort derIII. Armee von Mannheim hierher verlegt werden. InFolge des [Jmstandes, dass die wichtigsten Bahnlinien beiNancy zusammentreffen, waren die dortigen Kriegslazaretheberufen, die bedeutendste Rolle unter den Deutschen Sanitäts-anstalten im Rücken der kämpfenden Heere zu über-nehmen. Die Französische Armee hatte einen grossenTheil ihrer von Wörth mitgenommenen Verwundeten hierzurückgelassen, das verfolgende Deutsche Heer eine be-trächtliche Zahl von Kranken bei seinem Durchmarschuntergebracht. Täglich musste auf neuen Zugang von derEtappenstrasse her gerechnet werden, dem sich sehr schnellauch grosse Transporte von Kranken und Verwundetenaus den überfüllten Lazarethen um Metz zugesellten, alsvom 23. August an die Bahn bis Pont ä Mousson fährbarwurde. In der Stadt hatten schon Französische AerzteLazarethe errichtet, in denen allniälig freiwillige Aerzteder verschiedensten Nationen ihre Thätigkeit entfalteten.Von Deutschen Militärärzten befand sich in Nancy zunächstnur der Stabsarzt des Etappen-Hauptortes, welcher Tagnd Nacht auf dem Bahnhofe in Anspruch genommen war.Der Etappen-Generalarzt befahl daher am '25. August demFeldlazaroth-Direktor XL Armeekorps, da die Verhältnissein Weissenburg jetzt so weit geordnet waren, dass sie vondem in Sarrebourg thätigen Feldlazareth-Direktor V. Armee-korps mit überwacht werden konnten, das Lazareth-Reserve-depot XL Armeekorps von Mannheim heranzuziehen, die1. und *2. Sektion Lazareth-Reservepersonals desselbenArmeekorps in Sulz und Reichshoffen frei zu machen undselbst sofort nach Nancy vorzugehen. Am 1. Septembertraf derselbe dort ein und ging unverzüglich an dieOrganisirung der Lazarethe, über welche mannigfacheKlagen laut geworden waren.

Es bestanden bereits 10 Lazarethe mit 1468 Betten,von denen 1312 belegt waren. Der Feldlazareth-Direktorbeschloss unter diesen Umständen das ihm zu Gebotestehende Lazareth-Reservepersonal auf die vorhandenenKrankenanstalten zu vertheilen und jeder derselben vorallen Dingen einen Chefarzt und das erforderliche Beamten-personal zuzuweisen.

Diese Lazarethe waren:

1) Das Etappenlazareth am Bahnhof (die Thätigkeit dem-selben siehe im KapitelKrankenzerstreuung").

2) Ein Kriegslazareth in der Manufacture des tahacs. DmLazareth war ursprünglich durch Französische Civil- und Militär.ärzte für eine grosse Zahl Französischer Verwundeter aus daSchlacht bei Wörth in dem ganz neuen, für sanitäre Zweckeäusserst günstigen Fabrikgebäude eingerichtet; nur die un-zweckmässig eingerichteten Klosets bedurften einer AendernniAm 20. August hatte Professor Heine mit 12 freiwilligen Aerztenverschiedener Nationalität neben Französischen Aerzten dieBe-handlung übernommen. Als das Lazareth am 4. September inPreussische Verwaltung überging, blieben zunächst die bisherigenVerhältnisse bestehen, bis am 3. Oktober wegen wiederholt be-merkten Hospitalbrandes und der üblen Ausgänge nach Opera-tionen alle transportablen Deutschen Verwundeten (60) meinembesonderen Sanitätszuge unter Begleitung fast des ganzen frei-willigen Personals nach Karlsruhe geschafft wurden. Manrichtete danach den einen ganzen Flügel, der sich völlig vondem andern abschliessen liess, als Verwundetenstation ein, denandern für die in Menge von Metz her zuströmenden Typhi*und Ruhrkranken. Professor Simonis aus Nancy mit 3 Fran-zösischen Assistenten behielt seine Französische Abtkeilun»für Verwundete; ein als Chefarzt fungirender AssistenzarztLazareth-Reservepersonals XL Armeekorps versah mit 2 Civil-ärzten und 2 freiwilligen Aerzten den übrigen Theil desLazareths.

3) Das Hopital militaire, ein unweit des Bahnhofes hockund isolirt gelegenes dreistöckiges, mit Garten-Anlagen um-gebenes Gebäude, ebenfalls seit August 1870 in HändenFranzösischer Civilärzte, erhielt am 7. September einen Chefarzt in einem Stabsarzt des Lazareth-Reservepersonals XI. Armee-korps. Neben ihm waren 1 Assistenzarzt desselben Personals2 freiwillige Deutsche Aerzte, sowie anfänglich 4 FranzösischeAerzte thätig. Das Lazareth war mit allem Zubehör (Bädern etc.lrecht gut ausgestattet, aber sehr schlecht ventilirt, was Ver-anlassung gab, die Bettenzahl von 386 auf 276 herabzusetzen. Gegen Ende des Jahres schwanden die Typhuserkrankungen,dafür mehrte sich die Zahl der venerischen Kranken in er-schreckender Weise. Am 1. April 1871 ging das Hospital miteinem Bestände von 213 Mann auf das 3. Feldlazareth VII. Armee-korps über. Am 1. Juni übernahm die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals VII. Armeekorps das Lazareth auf einige Tage.um es alsbald an das 1. Feldlazareth X. Armeekorps zu über-geben.

4) Das Depot de mendicite war von der FranzösischenVerwaltung für Verwundete eingerichtet und durch 4 Aerzteder Stadt versehen. Einer der Französischen Aerzte blieb uThätigkeit, so lange das Lazareth bestand. Das Gebäude, hochauf durchlässigem Boden gelegen, mit gutem Trinkwasser ver-sorgt, mit Bädern etc. ausgestattet, war für Lazarethzwecktsehr geeignet. Am 14. März wurde es aufgegeben. Nebendemselben waren vom 2. September bis 1. Oktober das Presbytereund das Asyle St. Leon als Filialen mit Maroden und Leicht-kranken belegt gewesen, wegen ihrer ungünstigen Einrichtungaber wieder geräumt worden. Am 4. November wurde dasAsyle abermals mit 12 Betten für Pockenkranke eingerichtetund blieb zu diesem Zweck bis zum Februar 1871 bestehen.

5) Das Blindeninstitut, ein neuerbautes, gut eingerichtete!Gebäude, '/* Stunde von der Stadt mitten in Rebengärten ge-legen, war schon am 21. August mit Kranken belegt und einenFranzösischen Arzte anvertraut worden. Am 26. August stellteder Feldlazareth-Direktor zunächst einen kontraktlich engagirtelDeutschen Civilarzt und am 11. September einen Stabsarzt des

Band I.

Lazareth-ReservepersSpitze desselben. 15 Scblafsälen ein b100 Betten; 3 Säle 1bestimmt. Die im22 Betten für Typhurebäude mehrere klevorhandene LuftheiziSchlusses der Korridneugesetzte Oefen eidie Notwendigkeitzu benutzen, der dAusstattung mit den1871 wurde das Hos

0) Ecole normalgünstig gelegen, mitschon am 9. Augusund mit ärztlichem Itraf ein Assistenzarkorps als Chefarzt edaselbst thätigen Aezugsweise mit Ruhr

7) Das Seminailiclitung und die Stellnachdem am 11. SepReservepersonals XLbis zur Auflösung deAuch dieses Lazaretlund Kuhr-j Krankersälen und einer Reiheräume. Neben 3 Fifreiwilliger Deutsche

8) In dem gross1. eine Rekonvaleszekranke, mit 250 BcAuch waren 2 durch <ausländische AerztePreussischer Arzt inAuflösung des Lazaärztliche Personal m

9) Das Maisondurch die städtisch130 Betten eingeriAerzten geleitet woriarzt des Lazareth-Reals Chefarzt vorgesedie Räume grösstentgeeignet waren; manAbstand und schloss

10) Um einen IBetten zu schaffen, vd'appel) einzuvichteiGouvernements-Gene

Lazaretheinrichtungwar das Gebäude sBetten beginnen konLage, gutes TrinkwaEinriebtungen und hgute Unterkunft für

Das Lazareth-Rin den erwähnten IRückmarsch der Deut