Band I
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Band I.
V. Abschnitt: Vormarsch der III.' und Maas-Armee; Schlachten bei Beaumont und Sedan.
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Die erste Hilfe leisteten, indem sie am Schlacht-tage im Schlachtfeldbezirke thätig waren: 21 Sanitäts-detachements und 21 Feldlazarette mit 252 Aerzten, sodass auf je 1 Arzt etwa 35 Deutsche Verwundete ent-fallen. Es ist dies das günstigste Verhältniss, welchesüberhaupt in den grösseren Schlachten des Feldzugs erreichtworden ist.') Die übermässige Anhäufung von Verwundetenan einzelnen Punkten, namentlich südöstlich Sedan, erzeugtejedoch Missstände in der Unterkunft, welche auf das Be-finden der Verwundeten nachtheilig einwirkten. Die Ursachendieser Anhäufung lagen in dem Gange der Schlacht undin der Richtung der Verkehrslinien.
Von den Feldlazarethen gelangten in unmittelbarerFolge der Schlacht 31 zur wirklichen Etablirung. Diemeisten derselben hatten in der Folge neben der Ver-wundetenpflege gleichzeitig die Behandlung zahlreicherTyphuB- und Ruhr-Kranker zu übernehmen.
Kriegs- und Etappenlazarethe.
Bei dem Vormarsch der 111. Armee, welche bereitsin Zabem und Sarrebourg (vergl. Seite 109) Etappen-mid Kriegslazarethe hatte einrichten lassen, kam alsBammelpunkt der neu zugehenden sowohl wie der rückwärtsbeförderten Kranken zunächst Luneville in Betracht. Diefieneral-Etappeninspektion der III. Armee, welche bereitsum Mitte August daselbst eintraf, beauftragte am 19. Augustden Etappengeneralarzt mit der Besorgung des zu diesemBehufe Erforderlichen. Da zunächst kein Personal zurVerfügung stand, so sah der Etappengeneralarzt sieb ge-nöthigt, 2Vä Feldspitäler der Württembergischen Division,welche den Ort passirten, vorübergehend festzuhalten. Alsam 22. August der Feldlazareth- Direktor VI. Armeekorpsmit dem entsprechenden Lazaroth-Reservepersonal und deinDepot eintraf, erhielt derselbe Befehl, die WürttembergischenLazarethe ablösen zu lassen und Kriegslazarethe mit imGanzen 1000 Lagerstellen zu organisiren. Das Lazareth-Beservepersonal VI. Armeekorps wurde in seine dreiSektionen aufgelöst und errichtete drei gesonderte Kriegs-lazarethe, für deren Verpflegung es auf Nancy und Mann-heim angewiesen war. Es blieb in denselben während derganzen Dauer des Krieges und darüber hinaus bis zum11. Juli 1871 in Thätigkeit.
Das Kriegslazareth No. I (200 Betten) befand sich in derCaserne des Carmes, einem alten, schmutzigen, sehr unzweck-mässigen Gebäude, welches nur Leichtkranke beherbergenkonnte. Ende Oktober belegte man statt des Hauptgebäudesein aui dem Hofe stehendes, kurz vorher renovirtes Haus, welchesebenfalls als Kaserne gedient hatte und allen Anforderungen
') Dabei bleibt indessen zu beachten, dass bei den Schlachtenund Gefechten, welche während der Einschliessung von Metz undParis vorfielen, ein Theil der Verwundeten sogleich den für die Krankender Einschliessungs-Armeen in unmittelbarer Nähe der Kampfplätzebereits etablirten Lazarethen zugeführt werden konnte.
genügte. Am 11. November ging das Lazareth an das (i. Feld-lazareth II. Armeekorps über.
Das Kriegslazareth No. II war mit 279 Betten in demHauptgebäude des Kaiserlichen Schlosses untergebracht, das,hoch und frei gelegen, mit seinen luftigen, hellen Zimmernund seinem schönen Park sehr geeignete Lokalitäten darbot.Gegen den "Winter hin sah man sich genöthigt, eiserne Oefenneben die Kamine zu setzen, weil letztere für die Erwärmungnicht ausreichten. Am 1. April ging das Hospital an das2. Feldlazareth VII. Armeekorps über, welches daselbst noch biszum 1. Juni 1871 verblieb und den Best seiner Kranken andas Kriegslazareth No. III übergab.
Letzteres war in einem Seitenflügel des Schlosses bei derUebernahme durch die 3. Sektion Lazareth-KeservepersonalsVI. Armeekorps nothdürftig eingerichtet. Die Bäume warenim höchsten Grade überfüllt; die Kranken lagen noch auf Stroh,den Tornister als Kopfkissen benutzend». Nach gründlicherReinigung und Desinfektion schaffte man aus der Kaserneeiserne Bettstellen mit allen nöthigen Lagerungsgeräthen herbeiund hatte binnen Kurzem ein gut eingerichtetes Lazareth von200 Betten. Am 1. Juni 1871 wurden diese Bäumlichkeitenaufgegeben und nur die in dem Hauptflügel des Schlosses vondem 2. Feldlazareth VII. Armeekorps zurückgelassenen Krankennoch bis zum 11. Juli verpflegt, an welchem Tage das ganzeLazareth geschlossen werden konnte.
Neben den drei Preussisohen Lazarethen bestandenunter der mehrfach wechselnden Leitung eines der Aerztedes Lazareth - Reservepersonals VI. Armeekorps dieAmbulance internationale und das städtische Hospital;erstere wurde am 1. April aufgelöst durch Uebergabe derdaselbst noch vorhandenen 48 verwundeten Franzosen andie Französische Verwaltung.
Das Lazareth-Reservepersonal war in seinemBestand fastvollzählig, wurde aber sehr bald durch Abkommandirungengelichtet. Der Etappengeneralarzt überwies daher vonNancy aus am 23. August acht kontraktlich angestellteCivilärzte, welche zunächst vorwiegend als Begleiter derKrankenzüge in Verwendung kamen, dann in den LazarethenDienst thaten, und endlich ebenfalls an andere Lazaretheabgegeben werden mussten. An Pflegekräften waren demPersonal 11 Schwestern (Franziskanerinnen) zur Aushilfeüberwiesen. Die 1. Sektion wurde bei ihrer Ablösung nachChälons s. M. dirigirt, die 2. durch Abkommandirungenzerstreut, die 3. nach Auflösung des Kriegslazareths sofortdemobilisirt.
Welche Bedeutung diese Lazarethe in Luneville gehabthaben, mag daraus erhellen, dass in den drei Kriegs-lazarethen 566 Verwundete und 5319 Kranke mit87 473 Behandlungstagen, seitens der beiden anderenHospitäler 383 Verwundete und 2094 Kranke verpflegtworden sind. Anfänglich waren es neben FranzösischenVerwundeten und Kranken nur solche der III. Armee, diehier zurückblieben; später kamen die aus den Schlachtenbei Beaumont und Sedan herrührenden Transporte. ImSeptember und Oktober gingen Typhus- und Ruhrkrankein grosser Zahl aus den Lazarethen um Metz zu, bis dieEvakuationen von dort über Saarbrücken erfolgen konnten.Weiterhin, als die Bahn nach Paris fahrbar geworden war
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