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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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111. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazaretlie.

Band ]

reichende Pflege geblieben waren. Am o. September erhieltdeshalb das 12. Feldlazareth des Gardekorps Befehl, dorthinabzurücken. Da die Evakuation aus den Lazarethen (nament-lich an der Südseite) vor Sedan alsbald vor sich ging, ummöglichst viele Verwundete den nachtheiligen Einflüssen desSchlachtfeldes zu entziehen, so stieg die Krankenzahl inCarignan noch am Tage des Eintreffens des Feldlazaretts aufdas Doppelte. Letzteres wirkte in dem kleinen Ort unterschwierigen Umständen, militärischer Bedeckung entbehrend,bis zum 23. September. Nachdem es bis zu diesem Tage imGanzen 786 Mann (darunter 304 Verwundete) Beistand ge-leistet hatte, brach es nach Paris auf, Hess jedoch bei 23 Nicht-transportablen einen Assistenzarzt mit dem entsprechendenWartepersonal zurück. Zu den übrigen Schwierigkeiten derNatural Verpflegung der Kranken gesellte ^ich auch hier ins-besondere der Mangel an brauchbarem Wasser.

Die meisten dieser Sanitätsanstalten konnten in Folgeausgedehnter Evakuation, Ablösung durch Lazareth-Reserve-personal und Uebergabe Französischer Verwundeter undKranker an Ortsbehörden oder internationale Ambulanzenin der 2. Hälfte des September ihren inzwischen vor Parisangelangten Armeekorps nachrücken; 7 Feldlazarethewurden in den Oktober hinein, 1 (das 12. FeldlazarethXI. Armeekorps) sogar bis zum 3. November in der Gegendvon Sedan festgehalten.

Am stärksten war der Andrang zu den SächsischenFeldlazarethen in Douzy (siehe oben), den Bayerischen inBazeilles und Remilly sur Meuse, sowie bei dem 12. Feld-lazareth des Gardekorps in Carignan. Auf der Nordseitegestaltete sich Floing (siehe oben) zur Hauptstätte derVerwundetenpflege.

Bei dem 2. Aufnalims-Feldspital I. Bayerischen Armee-korps, welches am 31. August bis Kaucourt, am 1. Septembernach Remilly sur Meuse beordert war, um daselbst Morgens9 Uhr die Verwundeten (etwa 200 Mann) des BayerischenHauptverbandplatzes zu übernehmen, erforderten 588 Ver-wundete das Aufgebot aller Kräfte. Ausser den zur Aus-rüstung des Spitals gehörigen Feldbettstellen, den vor-gefundenen Betten und Matratzen wurden die reichen Woll-vorräthe der Fabrik, welche als Verbandplatz gedient hatte,für Lagerstätten benutzt, später dienten auch 4 FranzösischeMannschaftszelte zur Unterbringung der Verwundeten. Inder Zeit vom 10.16. September wurden dem genanntenSpital aus den übrigen etablirt gewesenen 5 BayerischenFeldspitälern, welche dem am 11. September von Sedanabmarschirenden 1. Bayerischen Armeekorps folgen sollten,sowie aus dem in Remilly thätigen 10. FeldlazarethIV. Armeekorps noch 263 Verwundete überwiesen. Am22. September gab es seinen Bestand an eine EnglischeAmbulanz in Balan ab. Im Ganzen waren 901 Mann,darunter 840 Verwundete, zur Aufnahme gekommen.

Noch schwieriger gestalteten sich die Verhältnisse beidem 3. Aufnahms - Feldspital IL Bayerischen Armeekorps,dessen gesammtes Personal am 1. September während desKampfes bei Sedan während des ganzen Tages und derdarauf folgenden Nacht mit der Pflege der in Raucourt

angesammelten Verwundeten (meist Franzosen) beschäffogeblieben war und sich alsdann am 2. September Mitt»in dem bis dahin als Hauptverbandplatz benutzten Schlo»zu Bazeilles etablirte. Die übernommenen Verwundeta(mehr als 1400 Mann) erfüllten alle Räume des Schlosse)Hunderte lagen noch auf den Rasenplätzen vor und hintedem Hause und in den Alleen zerstreut. Beständig bracht«.am 2. und 3. September die Sanitätswagen von den Hilftplatzen des nahen Schlachtfeldes neue Verwundete heniso dass das Schloss 3 Tage hindurch lediglich einen grosseiVerbandplatz darstellte.

Ausser mit der Ueberfüllung hatte man dort insbesonderenoch mit dem Mangel an Wasser zu kämpfen, welchem votweither in Fässern geholt werden musste.

Heftige Regengüsse überschwemmten in den erstaTagen den Park, während noch Hunderte von Verwundet«in demselben lagen. Mit Aufbietung aller Kräfte wuriversucht, wenigstens den grösseren Theil durch Schlitz.dächer aus Brettern, Strohbündeln, Baumzweigen und iierbeuteten Zelten nothdürftig zu bergen. Erst nach nii.nach gelang es Nothbaracken aufzuschlagen. Die MuniVerpflegung würde trotz der Anstrengungen der Verpflegung»beamten kaum befriedigend herzustellen gewesen sein, venunicht die umliegenden Truppenabtheilungen von ihren Vi,räthen abgegeben und für das Spital gekocht hätten, ausseidem die Hilfsvereine, namentlich aus Luxemburg, Belgienund Deutschland, zeitig zu Hilfe gekommen wären.

Um und in dem Lazareth entwickelte sich allmali.ein widriger Geruch, der sich über die ganze Gegend ver-breitete und durch die Auswurfsstoffe der grossen, in daNähe des Schlosses biwakirenden Heeresabtheilungen, sofkdurch den das Schloss umgebenden Kanal, welcher sich meinen übelriechenden Sumpf verwandelte, endlich durch ditAusdünstungen des umliegenden Schlachtfeldes erzeugtworden war. Bald trat Ruhr auf, von welcher auch AerzteKrankenwärter und viele Verwundete ergriffen wurden,Die Wunden bekamen ein übles Aussehen und bedeekteisich namentlich bei Amputirten unter den Zelten mit niisfarbigen Auflagerungen. Das Lazareth arbeitete hier Iizum 14. September 1870 und übergab an diesem Tage34 Verwundete und Kranke der Obhut der EnglischAmerikanischen Ambulanz unter Dr. Frank, nachdem es ingesammt 561 Mann(darunter512Verwundete) behandelt hattf

Ergebniss.

Die Verluste in der Schlacht bei Sedan sind folgen*gewesen:')

todt oder in Folge Ver-wundung gestorben . . 188 Offiziere; 2132 Mann.

verwundet......282 5627 -

vermiest....... 2 700 .

472 Offiziere 8459 MannSumme: 8931.

] ) Vergl. Generalstabswerk I, Anlage 50.

Band l

Die erste Hitage im Schlacht f<detachements unddass auf je 1 Anfallen. Es ist dieüberhaupt in den grworden ist.') Die "an einzelnen Punkt«jedoch Missständelinden der Verwund*dieser Anhäufungin der Richtung de

Von den FehFolge der Schlachmeisten derselbenwundetenpflege glTyphus- und Ruhr-

Kriegs-

Bei dem Von1 in Zabern und Sjund KriegslazaretlSammelpunkt der nbeförderten KrankeGeneral-Etappeninsum Mitte August dzden EtappengeneraBehufe KrforderlicVerfügung stand,nöthigt, 2 1 /* Felds]welche den Ort pasam 22. August dermit dem entsprecheDepot eintraf, erhieLazaretlie ablösenGanzen 1000 LageEeservepersonal \Sektionen aufgelöstlazarethe, für dereheim augewiesen wganzen Dauer des11. Juli 1871 in T

Das KriegslazaiCaserne des Carmes,massigen Gebäude,konnte. Ende üktoein auf dem Hofe stehebenfalls als Käsern

l ) Dabei bleibtpnd Gefechten, welch.Paris vorfielen, ein Theder Einschliessungs-Aibereits etablirten Laz