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Band I.
V. Abschnitt: Vormarsch der III. und Maas-Armee; Schlachten bei Beaumont und Sedan.
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die durchpassirenden Verwundeten für den Weitertransportgeschickt zu machen.
Das !). Feldlazarett war am 31. xiugust Abends 10 Uhrin Lombut (südlich Sedan) angelangt, woselbst es am 1. Sep-tember früh 5 Uhr Befehl erhielt, nach Douzy vorzurücken.Vormittags 9 1 /« Uhr traf es daselbst ein und ward sogleich an-gewiesen, sich in einer einzeln und gesund gelegenen, mitnutem Wasser und hohen Zimmern versehenen Zuckersiederei,welche für 200—300 Mann Raum gewährte, einzurichten. Sehrwillkommen waren in der Nähe befindliche Strohvorräthe, welcheder Fabrikbesitzer ohne Weiteres zur Verfügung stellte. Am
I. und 2. September erreichte der Krankenstand die Höhevon 322 Mann. Im Ganzen hat das Dazareth bis zum 30. Sep-tember, an welchem Tage es den verbliebenen Bestand denanderen beiden, in Douzy thätigen Feldlazarethen übergab,B99 Verwundete und Kranke behandelt.
Das ll.Feldlazareth blieb in Douzy bis zum 8. Oktober undbehandelte dort im Ganzen 810 Mann, darunter 562 Verwundete.
Das 12. Feldlazareth biwakirte bei Mouzon, als es dieOrdre erreichte, sofort in Douzy in Thätigkeit zu treten. Unterden vier von diesem Lazareth benutzten Häusern zeichnetesich namentlich eines (einem Französischen General gehörig)durch seine vortheilhafte Lage in einem Garten und Beichthuman Betten aus. Insgesammt hat das Lazareth (einschliesslichder von den früher abrückenden, oben genannten FeldlazarethenUehernommenen) 410 Mann, darunter 327 Verwendete, verpflegt.
Das 7. Feldlazareth leistete mehreren Hundert nachrückwärts transportirten Verwundeten Beistand durch Erneue-rung von Verbänden etc. und schloss sich am 5. September derKorps-Artillerie an, um mit dieser in der Richtung auf Parisvorzumarschiren.
Ebenfalls noch während der Schlacht gelangte inRemilly sur Meuse (siehe später) das 2.Aufhahms-Feldspital I.und in Cheveuges ein Theil des 4. Aufnahms-Feldspitals
II. Bayerischen Armeekorps zur Etablirung.
Weitere Einrichtungen von Feldlazarethen erfolgtenin den nächstfolgenden Tagen und zwar am 2. Septemberseitens des (bereits erwähnten) 4. Feldlazaretts des Garde-korps in Givonne, des 8. Feldlazaretts XI. Armeekorps inFloing (siehe oben), des 8. Feldlazarettes V. Armeekorps inUly, der zweiten Hälfte des 4. Aufnahms-Feldspitals II. Baye-rischen Armeekorps in Frenois, des 3. Aufnahms-FeldspitalsI.unddes 10. Aufnahms-Feldspitals II. Bayerischen Armeekorpsin dem noch brennenden Bazeilles, endlich seitens desC. Aufnahms-Feldspitals I. Bayerischen Armeekorps inRaucourt, welches daselbst seit dem 31. August durch die~\ erwundeten der Schlacht bei Beaumont Tag und Nachtin Anspruch genommen war, ohne jedoch bis dahin etablirtzu sein. Am 3. September gesellte sich zu den früher ge-nannten Feldlazarethen in Floing das 9. FeldlazarethXL Armeekorps (siehe oben), während das 3. Württem-hergische Feldspital in Dom le Mesnil sich der Verwundeten-pflege zu widmen begann. Den ßeschluss bildete am 4. Sep-iember das Eintreffen des 10. Feldlazarett«! XL Armee-korps in Donchery und — entfernter von der Wahlstatt —lies 12. Feldlazaretts des Gardekorps in Carignan.
Das 8. Feldlazareth V.Armeekorps hatte am 1. Septemberdas 1. Feldlazareth desselben Armeekorps in Fleigneux (sieheoben) unterstützt, erhielt jedoch am 2. September Befehl, die
BinitäU-Bericht über die Deutschen Heere 1870 71. I. Bd.
Verbandplätze des 2. Sanitätsdetachements V. Armeekorps undeiner Französischen Ambulanz zu übernehmen. Im Ganzen nahmdas Lazareth 385 Mann auf (darunter 297 Franzosen). InFolge ausgedehnter Evakuation über Belgien konnte es schonam 10. September seinem Korps folgen.
Das 4. Aufnahms-Feldspital IL Bayerischen Armeekorpswirkte theils in dem Dorfe Cheveuges (siehe oben), theils indem Schlosse zu Frenois. Unter den 415 Aufgenommenenbefanden sich 342 Verwundete. Eine freiwillige Sanitätskolonneunterstützte das Spital bei den Krankentransporten. Am 17.bezw. 16. September beendete dasselbe seine Thätigkeit an dengenannten Orten.
In Bazeilles wirkte ausser dem (später noch besonderszu erwähnenden) 3. das 10. Bayerische Aufnahms-Feldspital,welches am 2. September Mittags das am nördlichen Ende desDorfes gelegene Schloss Monvillers überwiesen erhielt, woselbstnoch eine Französische Ambulanz funktionirte, welche sich nachdem Eintreffen des Spitals zurückzog. Das stattliche Schloss— eines der wenigen Gebäude, welche der allgemeinen Zer-störung entgangen waren — bot für die Krankenbehandlungsehr geeignete, grosse und luftige Räume dar. Die Säle desHochparterre und ein benachbartes Orangerie-Gebäude warengrösstenteils schon mit Französischen Verwundeten belegt;rings um das Schloss — theils auf Rasenplätzen, theils auf Heugelagert — fanden sich weitere zahlreiche Verwundete vor.Nach sechsstündiger angestrengter xVrbeit waren bei ein-brechender Dunkelheit sämmtliche Verwundeten (ca. 300) unterDach gebracht. Zur Erreichung dieses Resultates hattenfreilich ausser Speichern und Remisen auch die Stallungenbenutzt werden müssen, doch w T ar es immerhin um soerwünschter, als noch an demselben Abend ein strömenderRegen sich ergoss. Bei der Ueberfüllung sämmtlicherBäume des Schlosses, in dessen unmittelbarster Nähe über-dies das Lazaretbpersonal selbst vor Beginn der Etablirungzahlreiche Todte hatte beerdigeu müssen, erschien schleunigeEvakuation als dringendes Bedürfuiss. Nachdem 46 nichttransportable Verwundete am 14. September einer EnglischenAmbulanz unter Dr. Frank übergeben waren, marschirte dasSpital am 15. September nach Corbeil ab.
Das Aufnahms-Feldspital No. (j. 1. Bayerischen Armeekorpsrichtete sich in dem Marktflecken Raucourt (an der StrasseClermont—Sedan) ein und fand daselbst in der Mairie, derSchule und Kirche, sowie in zahlreichen Privathäusern 247 Ver-wundete vor, welche bisher von den Aerzten des in der Nähebiwakirenden Aufnahms-Feldspitals No. 8 und von einer frei-willigen Französischen Ambulanz — welcher die verwundetenFranzosen überlassen blieben — versorgt worden waren. Am12. September sandte das Spital die letzten Transportfähigen zu-rück und übergab 15 Nichttrausportfähige den Civilärzten des Ortes.
Die 1. Sektion 3. Württembergischen Feldspitals verpflegtein Dum le Mesnil bei Donchery vom 3. bis 15. September 30,die 2. Sektion in Donchery selbst bis zum 18. September241 Mann, darunter 174 Verwundete.
Ausser der ebengenaunteu Sektion und dem früher er-wähnten 12. Feldlazareth XI. Armeekorps wirkte in Doncheryvom 4. September ab das 10. Feldlazareth dieses Korps, welchesvom 22. September ab allein dort verblieb und erst am 2. Novemberdurch Lazareth-Reservepersonal IV. Armeekorps abgelöst wurde.Im Ganzen verpflegte das Lazareth 328 Mann (darunter 151 Ver-wundete).
Nach Carignan waren etwa 200 Verwundete der Deutschenund Französischen Armee geschafft worden, von denen nur einTheil in einem Kloster hatte Aufnahme finden können, währenddie Uebrigen zunächst schlecht untergebracht und ohne aus-
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