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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Band
führung von 300 Verwundeten nach St. Hilaire, einem süd-westlich Ste. Marie an der Strasse Thiaucourt —Verdun gelegenenDorfe zu bewerkstelligen. Zu diesem Behufe wurden dem La-zareth alsbald aus Ste. Marie und Umgegend 291 Verwundeteüberwiesen ; aus dem eigenen Krankenbestande kamen 11 hinzu,so dass dasselbe, nachdem es seinen eigenen Krankenrückstandan das 5. und 6. Feldlazareth in Ste. Marie abgegeben hatte,mit 302 Kranken Nachmittags 5'/s Uhr den Ausmarsch antrat.Am 23. August früh langte das Lazareth nach zwölfstündigemMarsche mit diesem Transport in dem Kloster St. Hilaire an.Unter den Ueberanstrengungen, welche die Pflege der zahlreichenSchwerkranken dem Sanitätspersonal auferlegte, erkrankten3 Aerzte und 11 Mann. Das Lazareth blieb in St. Hilaire biszum 26. September.
Das ebenfalls nach Ste. Marie kommandirte 5. FeldlazarethXII. Armeekorps traf am 18. August Abends 8 l /t Uhr daselbst einund entwickelte seine Thätigkeit im untern Theile des Dorfesin einem Gutshofe und der zu demselben gehörigen Scheune. DieHilfeleistung bei den Verwundeten dauerte ununterbrochen biszum 19. August früh 3 Uhr, um schon nach zweistündiger Kästvon Neuem zu beginnen. Die gewaltige Zahl der Verwundetengestattete fast nur Nothverbände und machte eine ausreichendeErnährung unmöglich. Das erschöpfte Sanitätspersonal wurdeam 20. durch Mannschaften der Truppen unterstützt; auchtrafen Delegirte der freiwilligen Krankenpflege mit Hilfsmittelnein; behufs besserer Unterbringung der Verwundeten wurdennach Rückbeförderung eines Theils derselben ein Theil desSchlosses und eine im Schlossgarten erbaute Baracke belegt.Am 2. September übergab das Lazareth seine verbliebenen46 Kranken an das eingerückte Lazareth - ReservepersonalX. Armeekorps, um am 3. September Ste. Marie zu verlassen.
Das 6. Feldlazareth XII. Armeekorps traf ebenfalls nocham 18. August S'/ä Uhr Abends in Ste. Marie ein und bethei-ligte sich ohne Unterbrechung tagelang an der Behandlungder Verwundeten, welche, zum Theil in Scheunen, Kellern,Böden und Ställen versteckt, erst aufgesucht werden mussten.Auch für dieses Lazareth traf am 20. August eine Anzahl vonMannschaften aus der Truppe zur Unterstützung ein, ebensoführten auch ihm Delegirte der freiwilligen KrankenpflegeLebens- und Verbandmittel herbei. Am 2. September gab dasLazareth seinen 36 Mann betragenden Krankenstand an dasLazareth-Reservepersonal X. Armeekorps ab, um am 3. Septemberzugleich mit dem 5. Feldlazareth und dem Lazareth-ReservedepotXII. Armeekorps von Ste. Marie aufzubrechen.
Das 7. Feldlazareth XII. Armeekorps begab sich erhaltenemBefehle gemäss am 18. August Abends 9'/2Uhr aus dem Biwaknach Ste. Marie, um hier bei den Hunderten von Verwundeten,welche am 19. August früh noch auf dem Schlachtfelde lagen,eine kurze aber angestrengte Thätigkeit zu entwickeln. SeinerBestimmung gemäss, marschirte es durch das noch brennendeSt. Privat nach Roncourt, wo es am 19. August früh 4'/* Uhreintraf, um hier in einer Reihe Häuser Verwundete aufzunehmen.Die von den Einwohnern verlassenen Räume wurden sofortgereinigt und zur Kranken-Unterbringung hergerichtet. FreilichHess sich für die Lagerung fast nichts als ungedroschenesStroh auftreiben; empfindlich war auch der Mangel an Wasser,Salz und Brot, welches letztere das Personal des Lazarethsselbst schon seit drei Tagen entbehrte. Das Wasser zum Kochenund Verbinden wurde aus einem l 1 /-' Stunde entfernten Bacheherbeigetragen, die vorgefundenen Getreidevorräthe musste manebensoweit zum Vermählen befördern. Den ganzen 19. Augustdauerte der Zugang an Verwundeten fort; bis Abend betruger 168; auch in der folgenden Nacht mussten wegen der immerneu ankommenden Verwundeten fast alle Häuser, Scheunen,
die Kirche, Schule etc. belegt werden, wobei sich namentlichder Mangel an Beleuchtungsmaterial als drückend herausstellte
Am 29. August Mittags marschirte das 7. Feldlazarettnach Conflans ab, von da begab es sich über Etain nach Re-zonvaux, um am 31. August in Damvillers (halbwegs zwischenVerdun und Montmedy) einzutreffen, wo es die ersten Nach-richten über sein Armeekorps erlangte.
Die Verpflegung war in Ste. Marie aux Cheney eben*,misslich. wie in den übrigen Lazarethen jener schwer l>elasteten Gegend; man musste sich hauptsächlich mit daspärlichen und unsicheren Ergebnissen der Requisition be-gnügen. Erst am 22. August konnte das aus vorgefundenenGetreide gebackene Brot an Stelle des Zwiebacks ausgegebenwerden.
Das 8. Feldlazareth XII. Armeekorps erreichte seihKorps am 18. August bei Mars la Tour, als die Schlachtbei St. Privat begann, und erhielt Befehl, unverzügliclnach Ste. Marie vorzugehen. Am 19. August wurde es vondort nach Auboue (einem Ort an der Strasse von Ste. Marknach Briey, wo diese die Orne kreuzt) gewiesen. Es fanddaselbst 211 Deutsche und einen Franzosen vor (danmtei189 Verwundete), welche es bis zum 22. September ver-pflegte.
Das 9. Feldlazareth XII. Armeekorps kam am 18. AugustAbends 6 Uhr bei Mars la Tour an. Vier Aerzte desselbenwurden alsbald in den genannten Ort zur UnterstützTffifder Preussischen Aerzte abgesendet. Um 8 Uhr erhielt esden Befehl, nach Ste. Marie bezw. St. Privat und Boncourtvorzurücken. Es traf am letzteren Orte den 19. liiili5 1 /-' Uhr ein und theilte sich mit dem 7. Eeldlazaretli indie dortigen Unterkunftsräume, von denen nicht wenigenals 15 Häuser mit 310 Kranken dem für eine solche Ab-gabe numerisch zu schwachen Sanitätspersonal des 9. Feld-lazareths zufielen. Nach Abgabe seines Krankenbestsndaan das 7. Feldlazareth XII. Armeekorps folgte das 9. an21. August seiner Division.
Vom 27. August bis 11. September wirkte auch da-6. Feldlazareth X. Armeekorps in Roncourt.
Die vom 1. Feldlazareth XII. (Königl. Sachs.) Armeekorp-am 18. August Abends in Ste. Marie errichtete VerbandStation übergab der Chefarzt—wie oben erwähnt—am 19. August Mittags an das 2. Feldlazareth und brach nach St. Privatauf, um hier ein Lazareth einzurichten. Diesem Vorhabenstanden in dem grossentheils eingeäscherten und an vielenOrten noch brennenden Borfe bedeutende Schwierigkeitenentgegen. Indess gelang es, vier nur theilweise durchGranatfeuer beschädigte Häuser nach mühsamer Reinigungder wenigen verschonten Räume zu gewinnen und die hiermassenhaft lagernden, zum Theil durch Johanniter-Kolonnenvom Schlachtfelde herbeigeschafften Verwundeten unter-zubringen, zu verbinden, zu erquicken und aus dem Nähr-mittel-Bestände des Lazareths zu verpflegen. Am 8. Sep-tember verblieb dem Lazareth ein Bestand von 31 (einschl2 Französischen) Verwundeten, den es an das 11. leidlazareth X. Armeekorps abgab.
Band I.
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