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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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108
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bleibenden Arztes übernahm. Mehrere katholische Schwestern,freiwillige Pflegerinnen und acht Bergleute übernahmen dieKrankenwartung. Allmälig konnte der grösste Theil derVerwundeten evakuirt werden. Anfang November befanden-ich nur noch 11 im Lazareth, welche in die Bände derimmobilen Verwaltung äbergingen.

In Boulay, an der Etappenstrasse SaarlouisEtangs,befanden sich 94 Kranke (64 Deutsche und 30 Franzosen)in der Behandlung zweier ortsansässiger Aerzte. Die2. Sektion Lazareth - Reservepersonals J. Armeekorps,welche, am 3. August, von Königsberg i. Pr. abgefahren,in 84 Stunden bis Birkenfeld befördert, dort am 7. Augustausgeschifft und sodann mittels Wagen (die Mannschaftenzu Fuss) bei strömendem Regen in vier Tagemärschen bisSaarlouis gelangt war, erhielt daher Befehl, in Boulay einKriegslazareth einzurichten. Die Nässe hatte das Gepäckdurchdrungen, so dass die von den Aerzten mitgeführtenchirurgischen Instrumente verrostet waren. Auch dasDepot besass weder Instrumente, noch eine genügendeMenge von Verbandmitteln, weil es während der Falntauf unaufgeklärte Weise mehrere Waggons eingebüsst hatte.Am 13. August traf das Personal in Boulay ein. Zu dendrei Assistenzärzten der Sektion kamen noch zwei vomKriegsministeriuui kontraktlich engagirte Civilärzte. Diebeiden Aerzte des Ortes behielten die Franzosen in Be-handlung. In der Nacht vom 14. zum 15. August strömtenplötzlich zahlreiche aus der Schlacht bei ColombeyNouillystammende Verwundete zu. Da das Lazareth - Reserve-personal technisches Material nicht mit sich führt, entstandein drückender Mangel an allen für die chirurgische Be-handlung nöthigen Dingen. Die 12 Krankenwärter wurdendurch Deutsche und Französische barmherzige Schwesternunterstützt. Der Versuch, Französische Infirmiers, die manim Lazareth vorfand, zum Dienst heranzuziehen, scheitertean ihrer mangelnden Willigkeit. Sie entliefen später zumgrösseren Theil. Nur die beiden Französischen Köche.welche in einer kleinen Küche nicht nur die Beköstigungfür sämmtliche Kranken des Lazareths bereiten, sondernauch die Speisung von zahllosen durchpassirenden Ver-wundeten besorgen mussten, thaten mit Sorgfalt ihrenanstrengenden Dienst. Nach den Verwundeten stelltensich Ruhrkranke in solcher Zahl ein, dass man besondereUnterkunftsräume für dieselben beschaffen musste. JmMonat September wurden noch fünf Assistenzärzte und fürdie fehlenden Lazarethgehilfen sechs Studirende desFriedrich-Wilhelms-Instituts zu deni Lazareth kommandirt.Von den 12 Krankenwärtern waren inzwischen schon fünferkrankt, so dass sechs ans Trier am 10. September ein-treffende Schwestern erwünscht kamen. Im Oktober machtesich die Nothwendigkeit geltend, für eine Passanten-Stationzu sorgen. Eine solche war dringend nöthig geworden,als nach der Kapitulation von Metz die Gefangenen-transporte über Boulay nach Saarlouis geführt wurden.Um Mitte November leerte sich das Lazareth allmälig

und konnte endlich am 14. Dezember 1870 aufgelöst Werdnnachdem das Personal vom 8. November ab auch die \ (waltung des Lazareths in Teterehen übernommen hatteIn Folge der angestrengten Thätigkeit in den mit Ruin.und Typhuskranken angefüllten Bäumen kamen auch In-dem ärztlichen Personal mehrfache, zum Theil schwerErkrankungen vor.

Am 9. November waren zwei von den Aerzten tadTeterchen abkommandirt worden. Dorthin ( 3 /4 Meilen mBoulay, an der Strasse nach Saarlouis) hatte man nach duSchlacht am 14. August gegen 150 Verwundete gebrachwelche in Boulay keine Unterkunft mehr gefunden hatte«Die 1. und 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals I. Arnim'.korps erhielten deshalb noch in der Nacht vom 14. zum 15,Befehl, sofort in dem Lazareth-Reservedepot VIII. Arme»korps alle nöthigen Utensilien zu empfangen und in Tetercheiein Kriegslazareth zu etabliren. Nachdem die Verwundetegelagert und verbunden, erging an die 3. Sektion die AWeisung, das Kriegslazareth allein zu verwalten; die LSekti«wurde am 17. August nach Montoy berufen. Ende August, alldie Zahl der Ruhrkranken zunahm, richtete man in denSchulhause zu Teterchen, einem grossen massiven Gebäudi(du eigenes Ruhrlazareth für 40 Kranke ein. Die PatnKlosters hatten das nöthige Holz zu Bettstelleu für all'Kranken geliefert und einer derselben stellte in acht Tag«.die erforderliche Anzahl fertig. Auch die Verpnegun«wurde vom Kloster aus, und zwar gut besorgt. Nur ditKrankenbeförderung machte Schwierigkeiten, da Fuhrvraiimmer erst aus dem 3 /4 Meilen entfernten Boulay requiiÜwerden musste. Die Lücken des Personals winden imSeptember durch einen kontraktlich engagirten Civilaizt.fünf Studirende des Friedrich-Wilhelms-Instituts und eine«freiwilligen Krankenpfleger ausgefüllt. In der Civilb»völkerung des Ortes, wo gleichfalls Ruhr herrschte, machte«die Aerzte des Personals Besuche von Haus zu Hau-Auch einer der Studirenden und fünf Krankenwärter et! krankten an Typhus bezw. Ruhr. Nach dem Fall von Metz1 Hess der Zugang an Kranken nach; die Sektion er]daher Befehl, der Armee zu folgen. Teterchen wurde miteinem Bestand von 91 Kranken, darunter noch 7 Terwundete, Filiale von Boulay. Der kontraktlich engagirtCivilarzt blieb zurück und übernahm die Leitung, unter-stützt von zwei aus Boulay hierher kommandirten AerzteiAuch das nöthige Beamten- und Pflegepersonal winde \dort abgegeben. Am 19. Dezember konnte das Lazarettganz aufgelöst werden.

Nach der Schlacht bei ColombeyNouilly ward diein Teterehen befindliche 1. Sektion Lazareth-Reservepersonal:I. Armeekorps am 17. August wie oben erwähnt an-gewiesen, nach Montoy überzusiedeln. Am 18. traf sie da-selbst ein, während zwei Assistenzärzte mit acht Kranken-wärtern nach Schloss Gras sieh begaben, von wo die beideFeldlazarethe ihre Verwundeten, bis auf 24, bereits nachBoulay evakuirt hatten. Auch diese Aerzte dt^ Lazarett

gaservepersonals blieben

um l übergaben an diesiUoisseville etablirte 8.selbst schlössen sich ihn

Dieser Ort. drei Kiloimitten auf dein Schlachtmit seinem prächtig eingeluftigen Privathäusern iSchlacht bei Noissevillebrachte das Lazareth miFranzosen besetzten dasKmle der Schlacht. DemTauen mehr als 4(.K) A'(verbundenen Verwundetewieder in Sicherheit geh;niehi-iadi in schon belevuindeter wurde zum zwein Arzt. Die Franzosei»rundeten nach Metz trau?zwischen den beiden VoOberkommando, das Dorfvorhandenen 81 Verwunilassen. Daselbst erhielt (einmal grösseren Zuwachveuiber wurde es aufgelö

Courcelles sur Nied,[dem damaligen Bndpun]gelegen, war schon nachMosel das Ziel vieler Veiblieb längere Zeit Durcles am 19. August Etappe)hofe befand sich ein Verlpflege und eines Sanitäportablen Verwundeten iBanse an der Bahn unti27. August das Lazarethden Dienst versah. AmSektion Lazareth-ReservLazareth. Die Kirche, für|ag inmitten des Friedhcloch über dem FussbodeiVorrichtung. Trinkwasseralle Brunnen waren verslassdas Wasser eine VierBühlenweiher herbeigeholdie Pferde aller umliegeitrankt wurden. Die 1wrohsäcken, da Bettstelwerden können. Das zw<für 10 bis 12 Betten undbenutzt. Trotz aller diesder Zustand der Verwundedem es gelungen war, Rulhatten aufgenommen wei