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ITT. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Kirchhof, Wohnhäuser, Scheunen und Landstrasse mit Ver-wundeten überfüllt; eine in der Nacht vom 6. zum 7. Augustvorgenommene Zählung ergab 717 Verwundete. In Elsass-bausen Lagen in den neun, zur Zeit der Uebernahme vonden Einwohnern verlassenen, grösstenteils zerschossenenWohnstellen, in welche der reichlich strömende Regen ohneerhebliches Hinderniss eindrang, Schulter an Schulter ge-drängt 408 Verwundete; (darunter 199 Franzosen). Am
10. August traf ein Theil des Personals einer FranzösischenAmbulanz in Stärke von 4 Aerzten und 2Beamten zur Hilfe-leistung ein. Von Gunstett aus, wo sich gegen 2000 Ver-wundete angehäuft hatten, wurden alle Leichtverwundetenoach angelegtem Verbände alsbald in der Richtung aufSulz und Surburg evakuirt. Trotzdem blieben sämmtlicheirgend belegbaren Räume noch immer mit Verwundeten über-füllt; überdies dauerte der Zugang — insbesondere ausden nahe gelegenen Ortschaften Morslironn, Dürrenbachund Wallburg - bis zum 9. August fort. So war die amAbend des 8. August bis auf 40 Schwerverwundete geräumteKirche von Gunstett am .Morgen des 9. August bereitswiedermit 170 Schwerverwundeten überfüllt. Line geregelteLazarethpflege liess sich in Gunstett erst vom 9. August ab er-möglichen. Am Abend dieses Tages blieben noch 158 Schwer-verwundete in Behandlung des Badischen Lazareths.
Auch das 4. Badische Feldlazareth, welches sicham 11. August in Hagenau und zwar in einem Theile desWeiber-Zuchthauses einrichtete, erhielt in den ersten TagenVerwundete aus der Schlacht bei Wörth; seine weitereThätigkeit, galt indessen vornehmlich den Verwundeten undErkrankten des Belagerungskorps vor Strassburg, zu welchemdie aus dem Verband der 111. Armee ausgeschiedene BadischeDivision vom 10. August ab gehörte.
Von den Bayerischen Lazarethanstalten wurde durchdie Schlacht bei Wörth nur das Aufnahms-Feldspital No. 4
11. Bayerischen Armeekorps beschäftigt. Während einesmehrtägigen Biwaks bei Reichshoffen hatte es die in Lem-bach (nördlich Wörth) zurückgebliebenen Verwundeten zuübernehmen. Am 13. August rückte das Spital der Armeewieder nach.
Württembergischerseits war in Folge der Schlacht beiWörth das 1. Feldspital vom 8. bis 18. August in Reichs-holfen. das 2. Feldspital vom 8. bis 9. August in Frösch-willer thätig. Letzteres pflegte 07, ersteres 207 .Mann(darunter 150 Verwundete).
Die äusseren Verhältnisse, unter denen die vorgenanntenFeldlazarethe während und nach der Schlacht bei WörthBeistand leisteten, waren fast durchweg recht ungünstige:die Gebäude für Lazarethzwecke wenig oder gar nichtgeeignet, zum Theil /.erschossen und dem Eindringen derdamals herrschenden Regengüsse ausgesetzt, die Räumungder Wahlstatt insbesondere durch Bodenverhältnisse er-schwert, das Trinkwasser vielfach fade und trübe, die Ort-schaften von den Bewohnern verlassen, Lebens- und Labe-mittel nicht vorhanden und — wenigstens in den ersten
Band I.
Tagen nach der Schlacht — auch Magazinverpflenschwer zu beschaffen; die Lazarethräumlichkeiten über»
eine Lagerung im Freien wegen ungünstiger Witteijverwerflich und, wo sie gleichwohl stattlinden musste,auf Stroh oder blosser Erde zu ermöglichen, die Feldlazarettausser der Sorgt; für die eigenen Verwundeten durch zalreiche schwerverwundete Franzosen überlastet, endlich«vorwärts drängende Armee, welche neuen schweren Kämpfeentgegenging und eben deshalb auf thunlichst schientHeranziehung ihrer Sanitätsformationen Bedacht nehimusste. Alle diese Umstand«; zwangen gebieterisch, jRückbeförderung der Verwundeten möglichste Ausdehnezu geben, insbesondere auch durch Ausnutzung der Eisbahnlinie, welche von Hagenau über Sulz einerseits na,Landau, andererseits nach Karlsruhe führte, alle hinTransportablen nach dem Inlande zu schaffen. Sulz, aldie dem Schlacht fehle von Wörth nächstgelegene grEisenbahnstation, gewann .dadurch eine besondersBedeutung. Hier hatte am Morgen <\o^ 7. Augast Ja4. Feldlazareth XL Armeekorps zunächst im Bahnholgebäude, weiterhin in sechs von der Feld-TelegraphaAbtheilung der III. Armee aus vorhandenen Lattenden Hopfenstangen der angrenzenden Felder rasch ern-teten Baracken (zu je 25 Lagerstellen) sich etablirt. EilEintheilung der Stadt in vier Reviere sollte die Sichtnngi itätsdetacl
zahlreichen, in den einzelnen Häusern der Stadt zerstn .
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liegenden Verwundeten erleichtern. Indessen konnten di i.^ i, . ■Kräfte eines einzelnen Lazareths diesen Verhältnissen ge^ei c ,i i a( .t,t pn i
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über um so weniger ausreichen, als bis zum 10. An:aus allen im Bereich des Schlachtfeldes von Wenlegenen Ortschaften ununterbrochen Zuzüge erfolgtenNähe der Deutschen Grenze, der ungestörte Betrieb IBahnen Südwest-Deutschlands ermöglichten es gleichwddie Missstände, welche nach der Schlacht bei Wörth iibesondere in Sulz sich anfänglich bemerkbar machtenbeseitigen, plannlässige Fvakuation der Transportfähig ijyNj,,,und geregelte Lazarethverhältnisse für die Intransportabk n um t onw
herzustellen. Die Pflege-Vereine zu Karlsruhe, Mamillen.
Pforzheim und Fürstenfeldbruck Hessen es sich in Verl
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in Mannheim angelegen sein, durch Ueberweisung von Vi
pflegungs-Artikeln und Lagerungs-Apparaten dem in die* ^.j \y.<. v t\.
Hinsieht sich fühlbar machenden Mangel abzuhelfen. Kl« gtam [ , ()
bestrebte sich die freiwillige Hilfstätigkeit, das Person;
der etablirten Feldlazarethe durch geeignete Pflegekfll
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schweren Aufgabe, welche die Verhältnisse in Sulz währen
der ersten Zeit nach der Schlacht bei Wörth der Krank™
pflege stellten. Hier, wo neben dem 4. Feldlazarett
XL Armeekorps das Lazareth-Reservepersonal dieses Korp
wirkte und ausserdem am 9. und 10. August das 1. Sanität!
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Station hütete, trafen nach und nach etwa 200 Per«*
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