Lerzige Schwestern aus München abernahmen die Behandlungund Pflege der noch vorhandenen Verwundeten, bis diefetzten entweder nach Deutschland zurückbefördert oderden in Wörth etablirten Preussischeu Feldlazarethen über-
vlicn waren.
Die 4. Sanitäts-Kompagnie I. Bayerischen Armeekorps
traf erst am 6. August Abends am Ufer der Sauer ein,liiwakirte hier und sandte am 7. August früh ihre Züge
um das Gefechtsfeld abzusuchen und bis Abends Ver-wundete nach Frösehwiller überzuführen.
Von den Feldlazarethen etablirte sich das 1. V. Armee-korps am G. August Nachmittags 4 Uhr in der Schulezu Preuschdorf und nahm daselbst 154 Verwundete auf,welche bis zum 8. August zurückbefördert wurden. Ausser-dem richteten sich am Tage der Schlacht seitens desArmeekorps das 2., 4., 5. Feldlazarett) in Wörth, dasund 12. in Dieffenbach ein.
Das 2. Feldlazareth V. Armeekorps übernahm in Wörthin 13 Häusern und der Kirche 287 Verwundete. Es verbliebbei denselben bis zum 24. August.
Das 4. Feldlazareth desselben Armeekorps benutzte — eben-falls in Wörth — das sogenannte Schloss, das Schul- undKommunalhaus. Später übernahm es auch die nichttransportablenVerwundeten in Langensulzbach und Görsdorf. Im Ganzennahm das Lazareth 813 Verwundete auf. Es blieb bis 19. Sep-tember etablirt; der Stabsarzt des Lazaretts mit dem ent-sprechenden Pflegepersonal verweilte jedoch bei einigen auchBsdann noch zurückgehaltenen Schwerverwundeten bis zum14. Xovember.
Daa 5. Feldlazareth V.Armeekorps war Nachmittags 3 Uhraut dem Schlachtfelde eingetroffen und hatte zunächst auf demVerbandplätze des 3. Sanitätsdetachements desselben Armee-korps gewirkt, bis es sich Abends 8 Uhr in fünf grösserenPrivatg'ebäuden Wörths etabliren konnte. Es nahm ausser etwa200 beichtverwundeteu, welche alsbald nach Sulz dirigirtwurden, 142 Schwerverwundete auf. Am 9. August übergab eseine Nichttransportablen theils dem 4. Feldlazareth V., theilsdem 3. Feldlazareth XI. Armeekorps.
In Dieffenbach nahm das 3. Feldlazareth V. Armeekorps
■mächst die Kirche und das Schulhaus als Lazarethräumlich-
teiten in Anspruch und theilte sich demnächst mit dem 12. Feld-
a/.areth desselben Armeekorps in die vorhandenen Wohnhäuser
und Scheunen. Die Leichtverwundeten wurden alsbald nach
Preuschdorf beziehungsweise Sulz befördert, da die vorhandenen
Eiiumlichkeiten höchstens 300 Verwundete zu lagern gestatteten.
Am Morgen des 7. August hatte indessen das 12. Feldlazareth
loch 300, das 3. Feldlazareth 131 Verwundete in Behandlung,
on denen ein Theil die Nacht im Freien hatte zubringen müssen.
iis zum 12. August evakuirten beide Lazarethe ihre Verwun-
leten nach Sulz und folgten darauf ihrem Armeekorps.
Die Feldlazarethe des XL Armeekorps, welche von(ainz aus in der Richtung auf Landau ihrem Armeekorpsgt waren, hatten auch am 6. August noch nicht voll-tiimlig bei demselben eintreffen können; doch traten dasund 2. (letzteres nur mit der 1. Sektion) am 6., das 4.»in 7., das 3., 8. und 9. am 8. August in Thätigkeit, undbar das 1. Feldlazareth in Surburg, das 2. in Spaclibach,p 3. in Wörth, das 4. in Sulz, das 8. in Morsbrunn, dasin Elsasshausen.
SanitMs-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. I. Bd.
Das 1. Feldlazareth XI. Armeekorps, am (i. August in derRichtung auf Gunstett abgerückt, erhielt bei seinem Eintreffenauf dem Verbandplatze vor Gunstett Befehl, sich in Surburg zuetabliren. In beiden Schulhäusern des Ortes und einem Oeko-nomiegebäude, sowie weiterhin in einer Anzahl von Scheunenwurden die Verwundeten gelagert, deren Zahl im Laufe derNacht vom 6. zum 7. August bis auf 280 anwuchs. Den grösstenTheil derselben evakuirte das Lazareth bis zum 12. August inder Richtung auf Sulz; bei dem verbliebenen Bestände Hess esdie nöthigen ärztlichen Pflegekräfte zurück und folgte mit demgrösseren Theile des Personals und Materials seinem Armeekorps.
Die während der Schlacht nach dem nahe bei Wörth ge-legenen Dörfchen Spachbach dirigirte 1. Sektion 2. FeldlazarettsXL Armeekorps (siehe unten) hat am 31. August ihre letztenVerwundeten evakuirt.
Das 3. Feldlazareth XI. Armeekorps fand bei seinem Ein-treffen in Wörth die für Lazarethzwecke geeignetsten Räumebereits von den oben erwähnten drei Feldlazarethen V. Armee-korps besetzt. Es brachte seine Verwundeten in sieben Privat-häusern unter und übernahm später auch die in Görsdorfbefindlichen schwerverwundeten Franzosen. Der Gesammt-zugang betrug 100 Verwundete. Am 30. August übergab dasLazareth seinen Bestand an das 4. Feldlazareth V. Armeekorps.
Das 4. Feldlazareth desselben Armeekorps entwickelte eineumfangreiche operative und anderweitige Thätigkeit, namentlichim Bahnhofsgebäude zu Sulz. Die Menge der dort anlangenden,theils nach angelegtem Verbände weiterbeförderten, theils ineinem von einer Feldtelegraphen - Abtheilung eilig errichtetenBarackenlager untergebrachten Verwundeten war so gross, dassauf die Zählung verzichtet wurde. Am 10. August übernahmdas Lazareth-Reservepersonal XI. Armeekorps den verbliebenenBestand.
In dem mit Französischen Verwundeten überfüllten Mors-bronn etablirte sich am 8. August das 8. Feldlazareth XL Armee-korps. Unter 295 Verwundeten befanden sich daselbst 262 Fran-zosen; bis zum 16. August wurde nach Sulz und Hagenauevakuirt und an dem genannten Tage das Lazareth aufgelöst.
Das 9. Feldlazareth XI. Armeekorps übernahm am 8. Augustden Verbandplatz des 3. Sanitätsdetachements dieses Armeekorpsin Elsasshausen (siehe unten). Bis zum 15. August wurden dieleichter Verwundeten nach Hagenau und Bischweiler, die Schwer-verwundeten nach Sulz, Reichshoffen und Wörth evakuirt.
Von den Feldlazarethen der Badischen Division etablirtesich in Folge der Schlacht von Wörth ausser *lem vom7. August ab in Gunstett thätigen 1. Feldlazareth noch am11. August das 3. Feldlazareth in Bisclrweiler.
Der grösste Theil des 1. Badiscben Feldlazaretts verliessGunstett am 28. August unter Zurücklassung ärztlichen undPflegepersonals, welches daselbst bis zu der am 1. Oktober er-folgenden gänzlichen Auflösung der Gunstetter Lazarethanstaltenverblieb.
Das 3. Badische Feldlazareth nahm in Bischweiler 229 fastdurchweg schwer Verwundete (darunter 221 Franzosen) auf undbrachte dieselben in vier öffentlichen Anstalten unter. Fran-zösische Aerzte unterstützten das Lazareth, welches am 25. Au-gust zwei Aerzte mit dem entsprechenden Unterpersonal beidem Bestände von 156 Mann zurückliess, während das Gros inder Richtung auf Strassburg abrückte.
Unter den schwierigsten Umständen arbeiteten die Feld-lazarethe in Spachbach (2. XL), Elsasshausen (9. XL),Gunstett (1. Bad.) und Sulz (4. XL). Das erstgenanntefand bei seinem Einrücken in dem Dörfchen Kirche und
13