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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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II. Kapitel: Sanitätsdienst und hygienische Maassnahmen.

Band 11

28.3 g Biweiss entsprechen ungefähr einer Leistung von53762 kgmtr, es würden also etwa 113 g Eiweiss jener Leistung von220 000 kgmtr entsprechen.

Der wirkliche Verbrauch bei obiger Arbeit ist indessen nach denangestellten Beobachtungen bei neunstündiger Arbeit: 137 g Biweiss,137 g Fett, 352 g Kohlehydrate.

Für einen Soldaten im Felde fordert Voit: 145 g Biweiss, 100 gFett, 500 g Kohlehydrate.

Betrachtet man auf diese Forderung hin zunächst die reglement-mässige Kriegsportion von 1870, so ergiebt sich als Gehalt derselbennach den Untersuchungen der zu München im Jahre 1880 nieder-gesetzten Spezialkommission:

Eiweiß Fett Kohlehydrate

375 g frisches Fleisch 68.2 33.7

750 g Brot .... 63.7 9.7 393.7

125 g Reis . . . . 9.4 _____________ CU ___________ 97.o

Summe

141.3

43.s

490.9

oder bei Hülsenfrüchten statt Reis, und Speck statt Fleisch:

Eiwei" Fett Kohlehydrate

170 g Speck .... 2.9 160.6

750 g Brot .... 63.7 9.7 393.7

250 g Er bsen . . . 56.2 ' 6.2 _________ 145.3

Summe . . 122.8 176.5 539.2

Bei Fleischlieferung kann durch Erhöhung der Portion aufäOdJder geforderte Eiweissgehalt also sogar überschritten werden.

Die eiserne Portion enthält nach obiger Berechnung:

Eiweisa Fett Kohlehydrat!

Zwieback 500 g = 78.o 6.5 367.0

Reis 125 g = 9.4 0.4 97.f>

Speck 170 g = 2.9 _________ 160r __________

Summe 795 g 90.3 167.5 464.r,

oder bei Salzfleisch statt Speck neben Zwieback und Reis:

Salzfleisc h 375 g = 68.2 __________3a7_________ 464.<;

Summe 1000 g = 155.6 40.6 464.«

Band T.

Anhang zum zweiten Kapitel.

Desinfektion der Schlachtfelder.

Erste Bestattung der Gefallenen.

Die Art der Bestattung, die Anlage der Gräber, derFriedhofe u. a. w. ist längst als eine Angelegenheit vonhöchstem öffentlichen Interesse gewürdigt worden, welcherBehörden und Private eine um so umfassendere Sorgfaltzu widmen gewohnt sind, je mehr in neuerer Zeit die Ge-sundheitslehre den Zusammenhang zwischen Fäulniss orga-nischer Materie und den gefürchtetsten Krankheiten nach-gewiesen und betont hat.

Die Kriegsverhältnisse lassen es gleichwohl erklärlicherscheinen, dass trotz aller Erkenntniss und Würdigungder aus einer mangelhaften Beisetzung der Gefallenen ent-springenden Gefahren und trotz aller Pietät, welche geradeden auf dem Schlachtfelde Gestorbenen von Freund undFeind gezollt wird, die Bestattung nach grossen Schlachtenstets eine ungenügende gewesen ist. 1 ) Auch der Feldzug1870/71 bildete in dieser Beziehung keine Ausnahme. Dadie Deutschen Armeen in allen grösseren Kämpfen denSieg davontrugen, so verblieb ihnen zunächst die Sorgeum die Assauirung der Schlachtfelder und zwar denTruppentheilen selbst, da besondere Formationen für diesen

i) Vergl. hierzu insbesondere die Verhandlungen auf der inter-nal ionaleii Konferenz der Hilfsvereine zu Paria 1867.

Zweck nicht vorgesehen waren. Die Schnelligkeit dnlOperationsbewegungen liess den Truppen nicht genügend!Zeit, die erforderlichen Bestattungsarbeiten in vollem Um-fange auszuführen. Sie mussten sich, abgesehen von dalSchlachtfeldern vor belagerten Festungen, meist daraulbeschränken, die Leichen der gefallenen Kameraden ;beerdigen, die Sorge um die Leichen der Feinde und §1Pferdekadaver verblieb in solchen Fällen den Einwohnern!der anliegenden Ortschaften, welche freiwillig oder gelzwungen die einschlagenden Arbeiten meist ohne sachver|ständige Leitung ausführten.

In Folge dieser Verhältnisse machten sich aufgrossen Leichenfeldern der bis zum Sturze des FranzösisclialKaiserthums in rascher Folge gelieferten Schlachten noclim Herbste 1870 unter dem Einfluss einer warmen "Witteninjlund reichlicher atmosphärischer Niederschläge hygienisch!Missstände geltend, deren Beseitigung von Militär- uniCivilbehörden, zum Theil auch von wohlmeinenden Privatpersonen erstrebt ward.

Vorläufige Desinfizirungen im Herbst 1870.

Auf dem Gebiete des Schlachtfeldes von Weissenhimjin den Gemeinden Weissenburg, Altenstadt, Steinseltz mlRiedseltz wurden nachträgliche Maassnahmen überhaupt!nicht nöthig. In den Gemarkungen von Forbach, Spiclieifl|